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Altneuland · 1906-02-01 · Heft 2 (Februar 1906) · p. Seite 39

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 2 (Februar 1906)
Article
Syrien als Wirtschafts- und Kolonisationsgebiet
Date
1906-02-01
Page
Seite 39 (sequence 7)
Language
German
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- 39 — wohnen grösstenteils die Städte Palästinas, ferner findet man sie in grösserer Menge noch in Damaskus, Aleppo und Beirut. Die Mohammedaner bewohnen vor allem das nördliche Syrien und haben die überwältigende Majorität im Nosairiergebirge, sowie im östlichen Syrien jenseits der Grabensenke. Die Christen der verschiedenen Konfessionen haben die Majorität in den Hafenstädten Beirut, Sur (Sidon), Iskanderün (Alexandre tte), die Maroniten in Hasbeya und einigen kleinen Städten des Libanon, die Griechisch-Orthodoxen in dem fast ganz christlichen Städtchen Bethlehem und in Nazareth, die Juden in Jerusalem, Safed und Tiberias; in den anderen Städten, besonders aber in den im Innern des Landes gelegenen, wie Aleppo, Hamä, Horns, Damaskus überwiegen die Mohammedaner bei weitem, Syrien zählt ca. 26 Städte mit' mehr als 5000 Einwohnern, darunter 3 mit mehr als 100000 Einwohnern, nämlich Damaskus (ca. 150—200000), Aleppo (ca. 127000) und Beirut (ca. 122000), und 9 mit einer Einwohnerzahl von 20000 bis 100 000 Einwohnern, nämlich Jerusalem, Hamä und Horns (ca. 60000), Jaffa (ca. 40000), Ghaza (ca. 35 000), Tripoli (ca. 30000), Antakia (ca. 28000), Safed (ca. 25000), Näbulus (ca. 24000). Vor einer Reihe von Jahren hat eine starke Wanderung der syrischen Christen eingesetzt, die, als Arbeitswanderung der Maroniten nach Amerika beginnend, wo sie zuerst hauptsächlich Hausierhandel mit orientalischen Kuriositäten trieben, allmählich den Charakter einer wirklichen Auswanderungsbewegung angenommen hat; seit einigen Jahren greift diese Bewegung nach Palästina über, und soll neuerdings auch schon die Griechisch-Orthodoxen von Bethlehem und Nazareth ergriffen haben. Allein vom Libanongebiet sollen jährlich 5000 Leute auswandern, also 114% der Bevölkerung, während nach anderen Angaben allein 10000 Syrer jährlich nach Amerika gehen, von denen freilich der grösste Teil wieder in die heimatlichen Berge zurückkehrt. Ein schon seit den 60 er Jahren beliebtes Auswanderungsgebiet ist Aegypten, aber sogar nach der Westküste Afrikas, namentlich nach Senegambien und anderen französischen Kolonien, hat vor kurzem eine Auswanderung syrischer Christen begonnen. Ebenso wandern manche Syrer auch nach Australien aus, und selbst in Japan soll man Syrern begegnen. Als Einwanderung ist vor allem die von der türkischen Regierung geförderte Ansiedlung von Tscherkessen und anderen Mohammedanern (Tataren, Marokkaner) in ge-

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