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Altneuland · 1906-02-01 · Heft 2 (Februar 1906) · p. Seite 38

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 2 (Februar 1906)
Article
Syrien als Wirtschafts- und Kolonisationsgebiet
Date
1906-02-01
Page
Seite 38 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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— 38 — neue Kulturfortschritt drängt die Malaria zurück. Cholera und andere Infektionskrankheiten werden relativ häufig eingeschleppt und dezimieren zuweilen die Einwohnerschaft, was bei dem Mangel an Aerzten und dem Fehlen jeglichen Verständnisses für die Anordnungen derselben, sowie bei dem Fehlen oder der Unzulänglichkeit strenger Regierungsmassregeln nicht Wunder nimmt. Die B e v ö lk e r u n g s v e r h ä 11 n i s s e Syriens. Die Bevölkerung ist sehr bunt zusammengesetzt, aber mehr nach Religionen als nach Rassen; im grossen ganzen ist es eine einzige im Laufe der Geschichte mehr oder weniger modifizierte Mischrasse ursprünglich alarodischer (hethitischer), semitischer (syrischer, kanaanitischer, jüdischer, arabischer) und arischer (armenischer, griechischer, kurdischer) Provenienz, vielleicht noch mit Beimengung der ursprünglich wohl hamitischen Urbevölkerung, jedenfalls aber auch mehr oder weniger modifiziert durch Mischungen mit Aegyptern, Türken, Tataren, Tscherkessen, Romanen, Germanen und Negern. Den sogenannten jüdischen (d. h. nach von Luschan den nicht semitischen, sondern hethitischen resp. armenischen) Typus, findet man vielfach, namentlich in Nordsyrien und häufig auch bei den orthodoxen Griechen in Palästina, seltener hingegen bei den syrischen Juden, den Maroniten des Libanon, sowie bei den Drusen, welche letztere mehr den reinen arabisch-semitischen Typus mit Langschädeln und kleinen Nasen bewahrt haben. Ihrem Bekenntnis nach sind ungefähr die Hälfte der Einwohner Syriens Mohammedaner, ein Viertel mit Rom unierte Christen, nämlich 300 000 Maroniten, 150 000 Griechisch- Unierte, der Rest Syrisch-Unierte, Armenisch-Unierte und 10000 Römisch-Katholische. Das letzte Viertel der Bevölkerung wird gebildet von fast einer Viertelmillion Griechisen- Orthodoxen, 150000 Drusen, 100000 Juden und ebensoviel syrischen Jacobiten, ferner einer grossen Anzahl nestorianischer Armenier, sowie ca. 15 000 Protestanten, unter denen sich gegen 10000 zum Protestantismus übergetretene Armenier befinden. Während die Maroniten meist das Libanongebiet bewohnen, die Drusen grossenteils das Haurängebirge, die syrischen Jacobiten und Unierten, sowie die Armenier hauptsächlich im nördlichen Syrien leben, wohnen die Griechisch-Orthodoxen und -Unierten im ganzen Lande, besonders in den Städten; die Juden be-

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