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Altneuland · 1906-02-01 · Heft 2 (Februar 1906) · p. Seite 37

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 2 (Februar 1906)
Article
Syrien als Wirtschafts- und Kolonisationsgebiet
Date
1906-02-01
Page
Seite 37 (sequence 5)
Language
German
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— 37 — Die klimatischen Verhältnisse Syriens. Das Klima Syriens ist zwar warm, aber auch für den Europäer erträglich, zumal in den höheren Lagen, wenngleich selbst dort zuweilen ganz ausserordentlich heisse Tage im Sommer vorkommen, z. B. in Jerusalem' bis 44,4° C, welcher heisseste Tag in den August 1881 fiel, während als kälteste Temperatur im Januar 1864 eine Temperatur von —40 C. konstatiert wurde; die Küste weist natürlich weniger hohe Extreme auf, als das Binnenland; jedoch werden auch hier wegen der trockenen Luft im Sommer selbst hohe Temperaturgrade relativ leicht ertragen. Freilich ist es so gut wie ausgeschlossen, dass ein nicht durch jahrelange Gewöhnung akklimatisierter Mitteleuropäer in den heissen Sommermonaten längere Zeit schwere körperliche Arbeit verrichtet, ein Faktor, der vielfach übersehen wird, aber wesentlich zur Erschwerung des Gelingens landwirtschaftlicher Siedelungen seitens mitteleuropäischer Völker beiträgt. Die Regenfälle sind für die gewöhnlich in Syrien gebauten Kulturpflanzen durchschnittlich genügend, wenn sie auch, wie allgemein im Mittelmeergebiet, im wesentlichen auf den Winter und Frühling beschränkt sind; der Herbst ist anfangs meist heiter und warm, die Regen beginnen gewöhnlich erst im Spätherbst. Die Regenmenge steigt von Süden nach Norden zu, die Küste hat bei Gaza einen jährlichen Regenfall von durchschnittlich 440 mm, bei Haifa 705 mm, bei Beirut 900 mm,*) während von im Binnenland gelegenen Orten z. B. Jerusalem 662 und Kosseir am Hermon sogar 1020 mm Regen aufweisen. Die Gesundheitsverhältnisse sind nicht ungünstig, trotz der erbärmlichen hygienischen Verhältnisse der syrischen Städte. Tuberkulose kommt wenig vor, die Lepra tritt nicht beängstigend auf, hingegen sind Augenkrankheiten, besonders das bei Vernachlässigung oft zur Blindheit führende Trachom, sehr häufig, ferner an einzelnen Punkten die sogenannte Aleppobeule und endlich in fast ganz Syrien die Malaria, freilich nur in sumpfigen Gegenden in gefährlichen Formen, als perniziöses oder. Schwarzwasserfieber auftretend. Wie überall in der südlichen gemässigten Zone ist die Malaria; auch in Syrien eine Begleiterscheinung des wirtschaftlichen Verfalles und jeder . *) Rom hat einen Regenfall von 750 mm, während die mitteleuropäischen Hauptstädte weit weniger Regen aufweisen: Wien 500, Berlin 600, Paris 575, London 625, Petersburg 425,. Kopenhagen 550, nur Brüssel mit 725 und Dublin mit 750 steht mit Mittelsyrien und Italien auf etwa gleicher Stufe.

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