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Altneuland · 1906-02-01 · Heft 2 (Februar 1906) · p. Seite 36

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 2 (Februar 1906)
Article
Syrien als Wirtschafts- und Kolonisationsgebiet
Date
1906-02-01
Page
Seite 36 (sequence 4)
Language
German
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— 36 - während der östliche Dschebel el Ala weniger markante Formen aufweist. Charakteristisch für Syrien ist vor allem das grosse Längstal zwischen den beiden Hauptzügen, das in der südlichen Hälfte durch das auch absolut tiefliegende Jordantal, in der nördlichen Hälfte durch die Flusstäler des Leontes (Nahr el Litani) und Orontes (Nahr el 'Asi) repräsentiert wird. Auch im äussersten Norden, im Gebiete des Faltengebirges, treten derartige Längstäler auf, die durch Nebenflüsse des Orontes, namens Karasü und Nahr Afrin, drainiert werden. Die wenigen: nach-Osten zu strömenden Flüsse der syrischen Ostkette, wie die Flüsse bei Damaskus und Aleppo, sowie einige Wasseradern, die vom Haurängebirge ostwärts fliessen, verlieren sich in Sümpfen der syrischen Wüste; sie haben ebenso wie die zahlreichen aber kurzen Küstenflüsse nur lokale, aber als solche recht erhebliche wirtschaftliche Bedeutung.. Die schönen, grösstenteils äusserst fruchtbaren, aber teilweise versumpften und dann ungesunden Ebenen des longitudinalen Senkungsgebietes der genannten Hauptflüsse liegen in verschiedener Höhenlage, im Ghor des Jordan z. B. von 400 bis 200 m unter der Meeresoberfläche, am Hulesee in Meereshöhe, in der Bekä bei Rajäk in 926 m, bei Baalbek in 1120 m„ auf der Wasserscheide zwischen Leontes und Orontes in 1200 m Meereshöhe, im sogenannten Ghab des Orontestales senkt sich die Ebene allmählich wieder bis auf 506 m bei Horns, bis auf 307 m bei Hama; in der Ebene Amk des Karasütales steigt dann diese Senke schliesslich etwas an. Ausser dieser zentralen Längsfurche gibt es in Syrien nur wenige grössere Tiefebenen, am meisten noch in Palästina, nahe der Küste (Sephela, Saron), und als Quersenken (Jesreel, Battuf), meist höchst fruchtbare Gebiete, während der grösste Teil des ebenen Syriens durch die im Osten der Provinz gelegenen Hochebenen des syrischen Tafellandes repräsentiert wird, die ein gutes Getreide- und Weideland darstellen, wenn sie auch weniger fruchtbar sind, als die erwähnten Tiefebenen. Da die Küste grösstenteils von einem ihr parallelen Gebirge begleitet wird, dem nur im Süden eine Ebene vorgelagert ist, so fehlt es an guten Naturhäfen. Immerhin sind Haifa, Beirut, Iskanderün (Alexandrette) schon durch ihre Lage gegen die meisten Winde geschützt und Tripoli und Jaffa, denen Riffe vorgelagert sind, Hessen sich leicht zu guten Häfen ausbauen.

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