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Altneuland · 1906-01-01 · Heft 1 (Januar 1906) · p. Seite 13

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Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 1 (Januar 1906)
Article
Zum neuen Jahr
Date
1906-01-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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— 13 — Hat denn die Direktion der JCA sich gefragt, warum diese so vielversprechenden und für die weitere Besiedlung des Landes so wichtigen Versuche nicht gelingen? Man bedenke die Lage eines Pächters der JCA. Der Arbeiter erhält eine häufig viel zu reichlich bemessene Fläche zur Bestellung (wir sind nicht der Ansicht, dass „nur" 12 ha Boden nicht ausreichen) auf ein Jahr. Das ihm vorgeschossene Geld, etwa 1500 Frcs., ist er verpflichtet, von der nächstjährigen Ernte zu bezahlen. Gebäude werden ihm nicht, oder in nur ungenügendem Masse zur Verfügung gestellt: in Athlit verfügen die Pächter über eine Holzbaracke (jetzt sind es ihrer zwei), in der das Arbeitsvieh untergebracht ist und auch die Menschen wohnen müssen, in Betdschen bewohnen die Pächter die halb verfallenen primitiven Araberhütten des Dorfes, haben keine Ställe und Speicher und, was für einen Landwirt mit die Hauptsache ist, sowohl in Athlit wie auch in Betdschen, waren sie nicht im Besitze von Höfen und Gemüsegärten, die ihnen die Möglichkeit geben würden, Geflügel zu ziehen, Milch und Gemüse zu erzeugen. Es ist ein alter Erfahrungssatz des Landwirts, dass der Gewinn weniger im verdienten, als im gesparten Groschen bestehen muss. Und hier mussten die Pächter alles, was sie zu ihrer Verpflegung brauchen, kaufen. Sie haben nie das Gefühl des eigenen Heims haben können. Das Ganze trug den Charakter des „Vorläufigen", Provisorischen. Ja, wenn die Pächter statt provisorisch installiert zu werden, das ihnen zur Bearbeitung abgetretene Land nicht auf ein Jahr, sondern auf mindestens 5—7 Jahre, wenn auch nur 12—15 ha, erhalten hätten, so würden sie es mit ganz anderem Fleisse bearbeiten. Die Pächter sollen sich zwar auch jetzt redlich Mühe geben, aber die Ausnutzung des Landes ist immerhin doch eine nur extensive; eine Räumung, bessere Bearbeitung, Düngung kann sich nie in einem' und' auch nicht in 2—3 Jahren bezahlt machen. Wenn der Fleiss der Pächter rühmend hervorgehoben wird, so muss doch hier gesagt werden, dass ihre Leistungen nur eben quantitativ bedeutend sind, nicht aber qualitativ, was ja füglich von ihnen auch nicht gefordert werden kann. Hätten die Pächter ein wenn auch noch so bescheidenes kleines Gehöft mit Haus, Stall, Speicher und Gemüsegarten, so könnten sie schon von Anfang an wenigstens ihren Bedarf an Nahrungsmitteln aus der eigenen Wirtschaft decken. Später würden sie auch allmählich zu relativem Wohlstand gelangen können.

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