Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1906)
- Article
- Zum neuen Jahr
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
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— 12 — jährlichen Ausgaben zu deckend Jedenfalls verringerte sich das Defizit von Jahr zu Jahr. Das verstrichene Jahr hat uns also den Verlust von Sedschera gebracht, einen schweren, nicht sobald ersetzbaren Verlust! 3. DiePächt erfrage. Die Kultivierung von gepachtetem Land ist zweifellos eine Wirtschaftsform, die dem Pächter viele Vorteile gewährt, vorausgesetzt, dass seine Interessen, besonders diejenigen der Zukunft, durch Vertrag gut gesichert sind. Auch hat der Besitzer des verpachteten Landes dafür Sorge zu tragen, dass sein Besitz durch unzweckmässige Bewirtschaftung und Raubbau nicht an Wert verliert. Für unsere meist wenig bemittelten Massen würde die Pachtkolonisation direkt eine Wohltat bedeuten, da sie den in Palästina üblichen, nicht unerheblichen Bodenpreis, der eine bedeutende Belastung des Installationsbudgets ausmacht, nicht zu bezahlen brauchen würden. Auch ist die Pachtform die einzig mögliche Art der Bewirtschaftung der Ländereien des Jüdischen Nationalfonds. Wir haben deshalb mit grossem und von Jahr zu Jahr gesteigertem Interesse die Entwicklung der von der JCA ünternommenen Pachtversuche verfolgt. In unserer vorjährigen Uebersicht konnten wir schon über 42 Pächter berichten. Gleichzeitig fassten wir auch den eigenartigen Versuch einer Gruppe russischer Juden ins Auge, die sich in B'techa im nordöstlichen Winkel des Tiberiassees auf dem einem türkischen Machthaber in Damaskus gehörenden Terrain als Pächter niederliessen. Was sind nun die vorläufigen Ergebnisse dieser Versuche? Wir lesen im Bericht der JCA für das Jahr 1905 über den Versuch in Athlit: „Die acht in Athlit installierten Pächter gelangten nicht zu einem befriedigenden Ergebnis. Es ist wahr? dass es nur ein Versuch war, und dass die Bedingungen der Niederlassung nur vorläufige waren. Sie erhielten nur je 12 ha Boden und 1500 Frcs. Vorschuss zum Ankauf von Inventar und zu seiner Unterhaltung." Und über Betdschen in der Tiberiasgegend heisst es dort: „In Betdschen hat der Versuch mit 2i Pächtern, den wir im letzten Jahre unternahmen, keine befriedigende Ergebnisse geliefert. Jeder Pächter hat von einer Fläche von .250 Dunam nur 450 Frcs. erhalten."*) ') Vgl. Altneuland 1905, No. 11/12, S. 375.