Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1906)
- Article
- Zum neuen Jahr
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
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— 14 — Aber erst dann werden sie die von ihnen gepachtete Scholle lieb gewinnen, wenn sie auch imstande sein werden, auf ihr Pflanzungen anzulegen. Denn diese geben erst in den subtropischen Verhältnissen Palästinas einer Wirtschaft den richtigen Halt. Sie gewähren dem Kolonisten und dem Pächter die Möglichkeit, zu einem festeren Wohlstand zu gelangen. Dazu müssten aber die Pachtverträge mit dem Pächter eine längere Dauer haben, die wohl nicht unter 25 Jahren bemessen sein dürfte. Der Versuch am Tiberiassee misslang einerseits aus dea oben angeführten Gründen, andererseits infolge des ungünstigen Klimas der Gegend und der ungenügenden Garantien seitens des Besitzers, der die Pächter einfach vertrieb, als sie seinen Erwartungen auf erhöhten Gewinn nicht sofort entsprechen konnten, leider Gründe, die wir ja in unserem Jahresüberblick 1905 vorausgesehen hatten. Die Pächterfrage gewinnt für uns, wie wir es schon oben erwähnt hatten, erhöhtes Interesse noch dadurch, dass wir uns gegenwärtig mit der Frage der Verwertung der Ländereien in Dalaika Sahti und Hattin zu befassen haben, die dem Nationalfonds gehören. Die Forderung unserer russischen Gesinnungsgenossen, dass diese Ländereien nur an Juden verpachtet werden, ist eine völlig berechtigte und auch von uns geteilte.**} Jedoch tritt die Frage auf, aus welchen Summen die für die Pächter unbedingt erforderlichen Bauten aufgeführt werden sollen. Es ist wohl kaum anzunehmen, dass unsere Pächter über Mittel verfügen werden, die ihnen nicht aliein den Ankauf von Arbeitsvieh, Geräten und Saat sowie die Bestreitung: ihrer Existenz bis zur ersten Ernte, sondern noch den Bau von Häusern, Ställen, Höfen gestatten werden. Wir haben geseheny welchen Misserfolg die „provisorischen" Installierungen von Pächtern bei der JCA ergeben haben, und haben auch die Hauptursachen dieses Misserfolges definiert. Sollen wir nun, wo wir an die praktische Ausführung unserer Ideen herantreten, in denselben Fehler verfallen, den wir bei der JCA geisselten? Sollen auch unsere Pächter nach 1—2 Jahren provisorischer Pacht, nach Verlust nicht unerheblicher materieller Opfer, den Grund und Boden mit Verbitterung verlassen? •*) Die Verpachtung der Ländereien des Nationalfonds für das laufende Jahr 1905/06' oblag noch nicht der P. C, nnd es war ihr nicht möglich, ihren EinfLuss in der gewünschten- Richtung geltend zu machen.