Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1906)
- Article
- Zum neuen Jahr
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
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— 11 — nicht ohne eine kleine Revolte abging. Schon im nächsten Jahre soll auch der Rest der Felder von Sedschera an Pächter abgegeben werden. So wird also Sedschera auf Anordnung der Zentraldirektion der JCA aufhören als Farm zu existieren! Die schönen, serst kürzlich aufgeführten Gebäude, die grossen und zahlreichen Maschinen und Geräte, die soeben angelegten jungen Pflanzungen — dies alles ist herausgeworfenes Geld! Denn man wird doch wohl nicht behaupten wollen, dass die grossen Stallungen und Speicher, die alle in dem Wirtschaftshofe von Sedschera vereinigt sind, an kleine Pächter zum gemeinsamen Gebrauch vergeben werden können. Oder dass die kostspieligen und für eine grosse Wirtschaft erforderlichen Maschinen von den einzelnen Pächtern übernommen und, wenn sie gar gemeinsam benutzt, auch richtig behandelt werden würden? Oder dass die jungen Pflanzungen, die noch mehrere Jahre hindurch, besonders die Oelbäume, unterhalten werden müssen, ohne Ertrag zu liefern, etwa von den Pächtern, die nicht mal wissen, wie lange sie Pächter sind, in zweckmässiger Weise gepflegt werden würden? Und so war also Sedschera ein Wahn! JCA scheint ihren ersten, vor mehreren Jahren mit der Gründung von Sedschera gemachten Schritt bereut zu haben. So wäre man geneigt anzunehmen, wenn die Zwecklosigkeit von Sedschera ohne Einwand dastände. Aber Sedschera ist nützlich und wird es noch immer mehr werden, wenn es auf dem einmal betretenen Pfade weiter wandert. Es mag wahr sein, dass JCA keine neuen Kolonien in Palästina gründen wird (wir sind überhaupt durchaus nicht für „Gründung" von Kolonien, die wir uns als Folge von wirtschaftlichen Fortschritten des Landes aus sich selbst entstehend denken), aber die gedeihliche Entwicklung der schon existierenden Kolonien würde durch das wohltätige Beispiel von Sedschera gefördert werden. Und dies im eigensten Interesse der Gesellschaft. Aber auch vom rein materiellen Standpunkt ist uns die Entschliessung der Gesellschaft unverständlich: die Parzellierung von Sedschera und die Aufteilung der Felder unter Pächter bedeutet den Verlust des grössten Teils der auf Sedschera verwendeten Summen, die gewiss eine halbe Million Fr es. ausmachen werden, während die Unterhaltung der Farm nur jioch geringer Opfer bedurfte, da sie auf dem: Wege war, ihre