Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1906)
- Article
- Zum neuen Jahr
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
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10 — besitzt ein reiches, vorzügliches Inventar, gute Gebäude, reingehaltene Felder. Im vorigen Jahre (1904) wurde auch mit der Anlage von Wein- und Oelbaumpflanzungen der Anfang gemacht. Der Leiter der Farm, ein akademisch und praktisch geschulter Agronom, hatte anscheinend die Zentraldirektion der JCA für seine Pläne des weiteren Ausbaues der Farm gewonnen, denn sonst wären die bedeutenden, gerade im letzten Jahre gemachten Ausgaben zum Ankauf von Pferden (es wurden Versuche mit der Maultierzucht in Angriff genommen) und Rindern, zur Anlage von Wein- und Oelbaumpflanzungen unerklärlich. Abgesehen davon, dass die Farm über 50 jüdische Arbeiter dauernd beschäftigte und sie auf diese Weise in rationeller Bewirtschaftung unterwies, begann sie auf die in der Gegend liegenden Kolonien —: und hier sind es gerade die neuen Kolonien, zu deren „Installation" unserer Ansicht nach auch die Einwirkung durch das Beispiel der Musterfarm hinzugehören müsste — einen begreiflichen günstigen Einfluss auszuüben. Dieser Einfluss würde sich in dem Masse steigern, in dem die Farm durch längere Versuche und Erfolge den Kolonisten Musterhaftes vor Augen führen würde. Die Einwirkung durch das praktische Beispiel, die also keinen Zwang in sich birgt, ist am nachhaltigsten. Ausserdem würde Sedschera den Kolonisten der benachbarten Ansiedlungen auch das in ihren Baumschulen gezogene Pflanzenmaterial zur Anlage von Pflanzungen bequem liefern, ihnen den gemeinsamen Bezug von besseren Sämereien erleichtern und die Benutzung ihrer grossen Geräte und Maschinen (Tiefkulturpflug, Dreschmaschine) ermöglichen können. Und nun erfahren wir, dass Sedschera nicht nur nicht weiter ausgebaut werden wird, sondern im Gegenteil zuerst eingeschränkt und dann völlig aufgegeben werden soll! Mit dem der JCA eigenen Radikalismus und der sie charakterisierenden Urplötzlichkeit scheint man in Paris eingesehen zu haben, dass die Existenz von Sedschera keinen weiteren Sinn hätte. Da doch JCA in Palästina keine neuen Kolonien gründen werde, so sei eine Musterfarm überflüssig, soll sich die Direktion gesagt haben. Sofort ging man an' die Ausführung dieser neuen Idee. Sedschera hat einen Teil seiner Felder an jüdische Pächter abtreten müssen und verschiedene jüdische Arbeiter, die nun überflüssig wurden, mussten entlassen werden, was