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Altneuland · 1906-01-01 · Heft 1 (Januar 1906) · p. Seite 6

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Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 1 (Januar 1906)
Article
Zum neuen Jahr
Date
1906-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Lage der Kolonien Rischon Le Zion, Wad.i el Hünin, Rechowot, Katra, die sämtlich mehr oder weniger unter der ausschliesslichen Kultur von Wein litten. Eine glückliche Ausnahme bildet in der judäischen Gruppe Petach-Tikwah. Diese etwa 1V2 Stunden von Jaffa entfernte Kolonie hat vermöge der Verschiedenheit ihrer Böden und dank ihrer privilegierten Lage, nicht ausschliesslich Wein angebaut. Sie trieb auch schon seit langem Feldbau. Einen besonderen Aufschwung erfuhr aber die Kolonie durch die in den letzten Jahren energisch betriebene Orangenkultur. Da das zur Bewässerung erforderliche Wasser in Petach Tikwah nicht tief angetroffen wird, so wurden hier zuerst zaghaft, dann aber in einem schnelleren Tempo Orangengärten, einer nach dem anderen, angelegt. 1904 besass die Kolonie schon über 1000 Dunam Orangengärten. Im Laufe des Jahres 1905 sollten weitere 15 neue Gärten hinzukommen, gewiss auf einem Areal von 400—500 Dunam. Die Ernte dieses Jahres (1905/06) wurde schon auf über 40000 Kisten Orangen geschätzt. Neben der Orangenkultur wurden auch andere Kulturen in Angriff genommen. Die Kolonie vergrösserte auch allmählich ihr Areal um über 50 % ihrer ursprünglichen Grösse. Letzthin erwarben die Kolonisten von Petach-Tikwah von der JCA die ca. 7000 Dunam von Kefr-Sab'a, wo sie Mandel- und Olivenpflanzungen anzulegen gedenken. So bietet jetzt Petach-Tikwah ein Bild des Wohlstandes, welches zu weiteren Neugründungen in solchen Bedingungen ermutigt, wo verschiedene Wirtschaftszweige gleichzeitig in Angriff genommen werden können, und wo man auf diese Weise den Gefahren der Monokultur aus dem Wege gehen kann. Eine ähnliche Zukunft ist wohl auch der Kolonie Hederah beschieden, die noch über grössere Flächen verschiedenartigen, zu zahlreichen Kulturen geeigneten Bodens verfügt. Die Kolonie hat zwar jetzt noch immer unter dem ungünstigen Klima zu leiden, auch ist ihre Lage bezüglich der Nähe der Stadt bei weitem nicht so vorteilhaft wie die von Petach-Tikwah. Hederah liegt aber in der Nähe der Küste und wird ihre Produkte unmittelbar von der Kolonie aus verschiffen können. Hier wurden ebenfalls erfolgreiche Versuche mit der Orangenkultur gemacht. Es wird hier Feldbau getrieben, Wein gebaut, in der letzten Zeit wurde auch eine grössere Oelbaumpflanzung angelegt. So stehen wir also auch hier vor einer Mannigfaltigkeit der Erzeugnisse, die den Erfolg sichert.

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