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Altneuland · 1906-01-01 · Heft 1 (Januar 1906) · p. Seite 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 1 (Januar 1906)
Article
Zum neuen Jahr
Date
1906-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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— 5 — dem subtropischen Klima Palästinas, wo das Geschäft der Weinerzeugung in die heisseste Jahreszeit fällt, wo man demnach den Wein nicht unter so günstigen Bedingungen keltert, wie es meist in Europa der Fall ist. Hierzu kommen noch andere Fragen technischer Natur, wie sie von der modernen oenologischen Wissenschaft bearbeitet wurden und deren Beachtung in dem uns betreffenden Falle höchst wünschenswert ist. Nicht zu vergessen ist auch der Umstand, dass unseren Kolonisten nicht die Routine, die Tradition sozusagen, im Weingeschäft zur Seite steht, die den europäischen Weinerzeuger von seiner Kindheit an begleitet. Unser Kolonist müsste also in seiner Eigenschaft als Weinfabrikant experimentieren. Zu letzterem gehört aber unbedingt in den speziellen Verhältnissen Palästinas Fachkenntnis. Nicht anders ist es mit dem Weinabsatz bestellt. Zwar ist es einzelnen Kolonisten gelungen den örtlichen Absatz in Palästina selbst zu organisieren. Von ganz anderer Tragweite ist aber das Geschäft des auswärtigen Verkaufs nach Europa und Amerika. Dieses Geschäft muss der zukünftige Zentralverband unbedingt in die Hände einer erstklassigen kaufmännischen Kraft legen, die mit der Weltlage des Artikels gut bekannt, die die Marktkonjunkturen der weinproduzierenden und -konsumierenden Länder beurteilen kann. Wir warnen hier die Kolonisten vor einer zwar begreiflichen aber nichtsdestoweniger verhängnisvollen Ueberschätzung des eigenen Könnens. Wir haben uns etwas eingehender mit der Weinfrage beschäftigt, als wir es beabsichtigt haben. Aber die Weinkolonien stehen augenblicklich vor einem Wendepunkt in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung, denn einen solchen bedeutet ja die Uebernahme des Weingeschäfts, und so hielten wir es für unsere Pflicht, unseren Standpunkt ausführlich klarzulegen. * * * Die Lage sämtlicher weinbauenden Kolonisten steht nun in enger Verbindung mit der Weinfrage. Wenn auch die Ernte des Jahres 1905, nach den vorliegenden spärlichen Meldungen über die Ergebnisse der Weinlese, auch eine bessere war als die von 1904, so haben die Preise in keiner Weise befriedigt. Diese Situation wird sich nur von dem Momente an ändern können, wenn die Produktion mit dem Absatz einigermassen in Einklang gebracht werden wird. Wenig erfreulich war also die

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