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Altneuland · 1905-11-01 · Heft 11-12 (November 1905) · p. Seite 374

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 11-12 (November 1905)
Article
Bericht der Generaldirektion an den Verwaltungsrat der Jewish Colonization Association für das Jahr 1905 [Nachricht]
Date
1905-11-01
Page
Seite 374 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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- 374 — Kisten wurden durch die Vermittelung der Gesellschaft „Pardess" verkauft, die aus den jüdischen Besitzern von Orangengärten besteht und welcher auch unsere Administration angehört. Der Verkaufspreis war etwa 3,80 Frcs. per Kiste. Bei diesem Preise würde ein Hektar Orangenbäume 1800—2000 Frcs. eintragen, was bei Anlagekosten in Höhe von 10 000—12 000 Frcs. eine Verzinsung von 16% bedeuten würde. Immerhin muss bemerkt werden, dass der Preis von 3,80 Frcs. per Kiste ein ausnahmsweiser ist, und nur durch die Fröste verschuldet wurde, die die spanische und sicilische Ernte vernichteten. Bis jetzt war der Durchschnittspreis 3—3,25 Frcs. per Kiste. Die Orangengärten von Petach-Tikwah wurden von einem Insekt, Kermess (Schildlaus), befallen. Aber energische Massnahmen verhinderten seine Ausbreitung. 1905/06 werden wahrscheinlich 40 000 Kisten Orangen hier geerntet werden, davon 13 000 in den Gärten der Administration. Hier in Petach-Tikwah geben sich die Kolonisten am meisten Mühe, die europäischen Kulturmethoden einzuführen. So werden hier ägyptischer Klee, Futtermais, Kürbisse angebaut, die vorzügliches Fntter für das Vieh abgeben. 1904 vergrösserte sich Petach-Tikwah um weitere 4800 Dunam, in Jehudie und Fedscha. Dieses Land grenzt an die 1903 in Jehudie erworbenen 3500 Dunam an. Der Kauf wurde durch die unabhängigen Kolonisten ohne die Hilfe unserer Administration zu Stande gebracht. Es sind Sandböden, auf welchen die Kolonisten nur Wein und Fruchtbäume anpflanzen können. Während des Winters 1903/04 wurden hier 671 Dunam mit Wein und 200 mit Mandeln angepflanzt. Das gegenwärtige Areal von Petach-Tikwah ist 2126 Hektar. Die Kolonisten von Petach-Tikwah bildeten eine Gesellschaft und kauften uns unser Terrain in Kafr Saba', etwa 1 Stunde von der Kolonie entfernt, ab. Der Boden ist sandig, für Ackerbau ungeeignet. Die Kolonisten beabsichtigen darauf Baumkulturen (Mandeln, Oliven) anzulegen und äterische Oele liefernde Pflanzen. anzubauen. Sie parzellierten den Besitz in Lose ä 100 Dunam, die sie unter sich verteilten. Die Kellereien von Rischon. Im Jahre 1904 empfingen die Kellereien 16 277 Kantar Trauben anstelle von 23 000 im Jahre 1903. Die Behälter in Sidero-Zement (maschiger Eisendraht mit Zement überzogen) erhielten eine Bekleidung in Glas, so dass sie gegenwärtig vom Standpunkte der Konservierung der Weine aus vollständig befriedigen. 2. Die Gruppe von Samaria. a) Zichron-Jacob. Die Installierung der 68 Kolonisten von Zichron- Jacob ist jetzt beendet. Die Erwerbung der 2 Besitzungen Burdsch und Marach gestattete die Verteilung von Land an die Kolonisten. Die Feldbestellung des Jahres 1903,04 umfasste 1100 ha und brachte 77 000 Frcs. Die Weinberge lieferten 1818 Kantar im Werte von 17 800 Frcs. Der Ertrag war sehr gering: nur 9 Kantar per Hektar. Die Ursache der geringen Ernte lag in der ausserordentlichen Trockenheit des Jahres 1904 und vielleicht auch in der mangelnden Pflege. Seitdem die Kolonisten nun Ackerfelder besitzen, konzentrieren sie darauf ihre ganze Aufmerksamkeit. Die Baumkulturen lieferten ein schlechtes Ergebnis. Die auf den Abhängen gepflanzten Mandelbäume litten von der Dürre und lieferten nur 3360 kg in einem Werte von 2900 Frcs. Oelbäume — 25 ha — lieferten 6215 kg Oliven im Werte von 1000 Frcs. Die Seidenkultur hat auch ein schlechtes Ergebnis gezeitigt. Die Kolonisten züchteten 17 Unzen Saat, welche 640 kg Kokons im Werte von 1650 Frcs. lieferten.

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