Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1905)
- Article
- Bericht der Generaldirektion an den Verwaltungsrat der Jewish Colonization Association für das Jahr 1905 [Nachricht]
- Date
- 1905-11-01
- Page
- Seite 373 (sequence 4)
- Language
- German
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— 373 — gewähren werden, gegen die Krisis anzukämpfen, in der sich der Wdnhandel der ganzen Welt befindet. b) Maskereth Bathia Das Jahr 1903/0+ hat keine Verbesserung in der Lage der Kolonisten gebracht. Der Ankauf von Mansura, auf den wir schon seit 3 Jahren hinzielen, gelang bis jetzt nicht. Von den 31 Familien, die wir dort haben, erhielten noch 13 nicht den erforderlichen Boden. Im vorigen Jahre zählten wir hier 15 noch nicht installierte Kolonisten. Von dieser Gruppe erhielten 2 als Ergänzung zu ihrer Installation einen Weinberg, den wir in Katra erwarben. Sie behalten ihre Grundstücke und Häuser in Maskereth Bathia. Wir hoffen in Kürze den Boden von Mansura zu kaufen, der zur definitiven Installation der 13 Kolonisten, die noch keinen Boden besitzen, dienen soll. Das Jahr 1903/04 war für diese Kolonie ausnehmend schlecht. Sämtliche Plagen schlugen auf sie ein. Die Dürre hemmte die normale Entw ickelung des Getreides, die Feldmäuse vernichteten die klägliche Ernte, die die Kolonisten einheimsten; die Rinderpest dezimierte einen grossen Teil des Viehes. Die Gesamternte betrug nur 17 700 Frcs. gegen 38 000 Frcs. im Jahre 1903. Und so ist auch die Lage der Kolonisten sehr schlecht. Im Verhältnis zum Wert der Ernte war noch die Zehntenabgabe in diesem Jahre sehr hoch. Bei einem Bruttoertrag in Höhe von 13 593 Frcs vom Feldbau und den Mandelbäumen zahlte man 3615 Frcs., d. i. 27 °/o> an Oschur. Die Mandelernte war gut. Sie lieferte 3370 Frcs. Die Kolonisten beabsichtigen, ermuntert durch diesen Erfolg, neue Mandelanpflanzungen in Naäni anzulegen. Die Oelbäume haben nichts eingebracht infolge zu grosser Dürre. Vier Kolonisten beschäftigten sich mit der Seidenzucht. Sie erzeugten 672 kg Seidenkokons, die für 1803 Frcs. verkauft wurden. Wie schon erwähnt, richtete die Rinderpest grosse Verheerungen an: von 305 Stück Rindvieh wurden 171 Stück von der Pest befallen, und 127 Stück gingen auch ein. Die Schutzimpfung lieferte verhältnismässig gute Ergebnisse. Bei vorgeimpften Tieren stellte man nur eine Sterblichkeit von 25 °/0 fest, während von den nicht vorgeimpften 50 °/0 der Krankheit erlagen. c) Petach-Tikwah. Diese Kolonie befindet sich in einer besonders bevorzugten Lage. Hier bilden nicht allein die sogenannten abhängigen Kolonisten, mit denen unsere Administration verpflichtet ist sich speziell zu beschäftigen, sondern überhaupt die Kolonisten, die Trauben dem Keller liefern, die Minorität. Die Kolonie widmet sich in erster Linie der Orangenkultur, einer Kultur, die in den letzten Jahren sich sehr lukrativ gestaltet. Diese bevorzugte Lage der Kolonie übt ihren Einfluss auch auf diejenigen Kolonisten aus, die keine Orangengärten besitzen, die sich aber dank der von der Orangenkultur gelieferten Arbeit auf diese oder jene Weise wohl dabei finden. Die Kolonie erzeugte 3641 Kantar Trauben im Werte von 107 867 Frcs. Die abhängigen Kolonisten lieferten davon für 44 197 Frcs., während die unabhängigen 63 670 Frcs. einnahmen. Der Feldbau brachte den abhängigen Kolonisten 8 478 Frcs. ein, sie bestellten 1400 Dunam; die unabhängigen erzielten 18 142 Frcs. von einer Fläche von 2900 Dunam. In Petach-Tikwah gibt es 700 Dunam Orangegärten im Besitze der Kolonisten und 340 gehören der Administration, weitere 239 Dunam werden jetzt neu angelegt. Der Ertrag der Orangengärten drückt sich für die Administration in 8840 und für die Kolonisten in 15 500 Kisten Orangen aus. Diese 24 340