Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1905)
- Article
- Bericht der Generaldirektion an den Verwaltungsrat der Jewish Colonization Association für das Jahr 1905 [Nachricht]
- Date
- 1905-11-01
- Page
- Seite 372 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 372 - B. Die alten Kolonien des Herrn Baron Edmond vcn Rothschild. Das Jahr 1903/04 war für die palästinischen Kolonien nicht günstig-. Das Land litt unter der Geissei verschiedener Unbilden: der Trockenheit, der Mäuseplage, der Rinderpest usw. Dementsprechend waren ja die Ergebnisse des landwirtschaftlichen Jahres ziemlich mittelmässig, und darum sind die Erfolge, die sich in den meisten Kolonien einstellen mussten. infolge der beinahe vollständigen Durchführung des Installationsplanes von 1900/01, noch wenig wahrnehmbar. Die Bodenfläche unserer Kolonien vergrösserte sich durch die Erwerbung von Dalaika Sahu in der Nähe von Tiberias um 1400 Hektar. Die Bevölkerung der Kolonien hat sich im verstrichenen Jahre wenig geändert. Mit der beweglichen Bevölkerung erreichte sie die Höhe von etwa 4700 Seelen. 1. Die Kolonien in Judäa. a) Rischon Le Zion. Das Jahr 1903/04 war ausnehmend trocken. Es fielen nur 26 cm Regen anstelle der gewöhnlichen Durchschnittsmenge von 50 cm.*) Daher war auch die Weinlese ziemlich gering: es wurden nur 6951 Kantar ä 300 kg anstelle von 10 365 Kantar des Jahres 1903 geerntet. Einige abhängige Kolonisten zahlten 3000 Frcs. von ihren Schulden zurück. Obgleich die Weinberge gut unterhalten wurden, litten sie doch von der Trockenheit. Die mit der Lupine als Gründüngung angestellten Versuche konnten zu keinem günstigen Ergebnis führen, da sie infolge Mangels an Niederschlägen dem Boden die Feuchtigkeit entzog, die den Reben nötig war, so dass letztere in ihrer Entwicklung zurückblieben. Mandelbäume. Die Mandelernte war gut; sie lieferte 10 688 kg im Werte von 7124 Frcs. Der Nettoertrag eines Hektars war etwa 200 Frcs., ein Ertrag, der denjenigen der Weinberge übertrifft. Wenngleich die Ergebnisse nicht immer so günstig sind, so scheint doch die Mandelkultur einer Förderung wert zu sein. Orangengärten. Der Orangengarten, der an der Gommose, einer kryptogamischen Krankheit, litt, hatte sich dank einer energischen Behandlung gut erholt. Er lieferte in diesem Jahre etwa 1500 Kisten Orangen im Werte Von etwa 5000 Frcs. Von den 3100 Bäumen, die der Garten zählt, waren erst 1300 ertragsfähig. Der Durchschnittspreis per Kiste war etwa 3 Frcs. Ausserdem besitzt noch ein Kolonist Osch er Levin einen Orangengarten, der in diesem Jahre 530 Kisten Orangen lieferte. Die Dünen. Die Anpflanzung von Eukalyptus und Casuarina auf den Dünen wird fortgesetzt. Infolge der Dürre gediehen in diesem Jahre nur wenige Bäume. Rischon ist im Begriffe sich zu vergrössern durch die von uns in Angriff genommene Erwerbung von 6000 Dunam Land in dem benachbarten Dorfe Bededschen. Vorläufig besitzen wir dort 3000 Dunam im gemeinsamen Besitz mit dem Dorfe. Wir haben Hoffnung, dass im Laufe des Jahres uns auch die übrigen 3000 Dunam übergeben weiden. Dieses Land ist zwar nicht von sehr guter Qualität. Immerhin enthält es etwa 2000 Dunam Boden, der lür Weizen- und Gerstenbau geeignet ist. Auf dem Reste des Terrains wollen die Kolonisten Mandel- und Olivenbäume anpflanzen. Die Kolonisten kaufen auch ihrerseits Land in Sarfend, einem anderen Nachbardorf von Rischon, dank einem von uns gewährten Vorschuss. Es ist zu hoffen, dass sich den Kolonisten von Rischon durch diese Erwerbungen neue Einnahmequellen erschliessen werden, die ihnen die Möglichkeit ') In der Gegend von Jaffa fallen durchschnittlich sogar 600 mm Regen im Jahre. D. Red.