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Altneuland · 1905-11-01 · Heft 11-12 (November 1905) · p. Seite 356

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 11-12 (November 1905)
Article
Die Gartenstadt
Date
1905-11-01
Page
Seite 356 (sequence 8)
Language
German
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— 356 — lässt. Jedenfalls fände ein ganzes Heer von Arbeitern Beschäftigung, das mit der wachsenden Koloiiisationstätigkeit stetig mit wachsen würde. * * * Was die landwirtschaftliche Seite der Sache betrifft, so hängt sie so sehr mit der Anlage der Gartenstadt zusammen, dass beides hier zusammen behandelt werden kann. Es gibt bereits eine ziemliche Literatur über die Gartenstadt-Idee und über die bereits vorliegenden ähnlichen Unternehmungen. Ein allgemein gültiges Schema wäre natürlich ein Unding. Jede Stadt und jede Kolonie hat sich nach dem Gelände und den sonstigen speziellen Bedingungen zu richten, oder besser: zu entwickeln. Das Nachstehende kann daher nur einige von vielen möglichen Lösungen geben wollen. Ein einfaches Schema für Binnenstädte ist die runde Gruppierung, die flaches Terrain voraussetzt. Im Zentrum die öffentlichen Bauten und Plätze, eine oder mehrere innere Ringstrassen von Häusern mit Gärten (Vorgärten für Blumen — Hintergärten für Gemüse und Bäume) und eine einfache oder doppelte äussere Ringstrasse, an der die Fabriken liegen und durch die ein Eisenbahn-Anschlussgeleise läuft. Ein dritter, äusserster Ringgürtel würde Häuser mit schon grösseren Gärten und Landstücken für mehr a c k e r b a u m ä s s i g e Bewirtschaftung zeigen. Der Kreis würde von vier, sechs oder acht geraden Strassen durchschnitten. Innerhalb einer Gartenstadt von bis zu 5000 Einwohnern auf 1000 Hektar brauchte kein Haus vom Zentrum weiter als etwa 10 Minuten Weges entfernt zu sein. Nehmen wir eine Küstenstadt an, so würde sich in erster Linie die übliche Strandstrasse ergeben (die am Hafen nur hinter den Häusern Gärten haben könnte), die übrige Stadt könnte sich weiter landeinwärts an einer der Küstenlinie parallelen Landstrasse entlang oder zu beiden Seiten der Landstrasse kreisförmig entwickeln. * * * Auf alle Fälle wäre hierdurch erreicht, dass jeder Kolonist auf seinem Grund und Boden, und doch alle dicht beieinander wohnen. Das ist bei jüdischer Kolonisation von besonders grosser Wichtigkeit.

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