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Altneuland · 1905-11-01 · Heft 11-12 (November 1905) · p. Seite 344

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 11-12 (November 1905)
Article
Jugendpflege
Date
1905-11-01
Page
Seite 344 (sequence 24)
Language
German
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— 344 — den letzten Jahren auf 600—620 sephardischer und aschkenasischer Abkunft. Gegenwärtig ist die Anstalt in ihrer Entwicklung wieder an einen kritischen Punkt gekommen, insofern der englische Regierungskommissar bei seiner Inspektion i. J. 1903 die Lage des Schulhauses, trotz der erfrischenden Parkluft, für völlig ungeeignet und fiebergefährlich erklärte. Mit Rücksicht auf dies Gutachten ist der geplante Flügelanbau für den Kindergarten unterblieben, man hat sich anders beholfen; und die Pläne zum Neubau an einer geeigneteren, Stelle der Stadt, welche zugleich die weitere Vergrösserung der Anstalt ins Auge fassen, liegen gegenwärtig dem Council der Gesellschaft in London vor. Auffallend ist ja auch die hartnäckige Heimsuchung dieser Schule von der Scharlachepidemie, so dass sie zweimal zeitweilig geschlossen werden musste, wiewohl dieser Umstand auch auf das sanitäre Unverständnis und die mangelnden Isolierungsmassregeln des Hauses zurückgeführt werden kann. Aus dem bei der Anmeldung ihrer Kinder den Eltern eingehändigten englisch-hebräischen Reglement verdient Hervorhebung, dass die Höchstgrenze für Aufnahme in die Elementarklasse zehn Jahre ist, während der Schulbesuch nach oben nicht über das 16. Lebensjahr ausgedehnt werden soll, ausser wenn ein Mädchen sich dem Lehrberuf oder den weiblichen Fortbildungskursen zuwenden will. Die Neuaufnahmen erfolgen zweimal im Jahr, und halbjährlich wird das Schulgeld in Höhe von y4 Medschidi (= 1 Franc) von jedem Kinde erhoben, während begüterte Eltern bis zu 100 Francs an Vergütung zahlen sollen. Dafür erhalten die Kinder die Lehrmittel geliefert. Diese Massregel bedeutet gegen die früher herrschende reine Wohltätigkeitsform einen Fortschritt, sie erzieht die Eltern entschieden, so sehr sich auch manche am Zahltermin sträuben, andere unter dem Zwang seufzen, zu einer erhöhten Wertung der Schularbeit und Bildung überhaupt. Für die Aermsten wird hier, wie in den andern Schulen, ein freier Mittagstisch bereit gehalten, im Jahre 1903 belief sich die Zahl dieser Armen freilich auf rund 200; die gleiche Zahl wurde auf Schulkosten geimpft. Doch geht die Tendenz der Schule dahin, nicht den Eltern die Sorge für die täglichen Bedürfnisse ihrer Kinder abzunehmen, sondern ihnen das Pflichtgefühl und Verantwortlichkeitsbewusstsein ins Herz zu schreiben. Im Schulbesuch, von dessen Regelmässigkeit manche

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