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Altneuland · 1905-11-01 · Heft 11-12 (November 1905) · p. Seite 343

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 11-12 (November 1905)
Article
Jugendpflege
Date
1905-11-01
Page
Seite 343 (sequence 23)
Language
German
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IRI
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— 343 — Knabenschule vorbereiten soll. Die Unterrichtssprache ist zu zwei Dritteln das Englische, zu einem Drittel hebräisch. Auch hier liegt wieder der Nachdruck auf der erziehlichen Beeinflussung, ein Mittel dazu ist neben der methodisch geordneten Spielbeschäftigung die Blumenpflege und Gartenbautätigkeit, zu der die Kleinen angehalten werden. Bis Ostern 1905 liess leider die Platzfrage, welche der Anstalt trotz des stattlichen Schulgebäudes seit Jahren zu schaffen macht, unter hygienischem Gesichtspunkte zu wünschen übrig. Jetzt ist durch Verlegung des Reichs der Kleinsten aus dem Gebiet der Wirtschaftsräume im Souterrain in das Parterre der Anstalt Abhilfe geschafft. Zu dem Zweck vernotwendigte sich freilich die Verlegung der Ess- und Wohnräume für Leiterin und Lehrerinnen in ein gemietetes Nebengebäude. Die Schule wurde 187412) als ein Glied der Rothschildschen Wohltätigkeitsanstalten in Jerusalem von der Baronin Lyonel von Rothschild zum Andenken an Frau Evelina gegründet und sollte dem fühlbaren Mangel an Fürsorge für die weibliche Jugend abhelfen. Nach Neumann (a. a. O.) unterrichteten bereits in den 70er Jahren fünf Lehrerinnen etwa 100 Mädchen aller jüdischen Gemeinden in der Religion, im Schreiben, Rechnen und in der Handarbeit. Um1 1880 belief sich die Zahl auf rund 150, darunter 140 Mädchen sephardischen Ritus. Im Lehrplan kamen mit einer männlichen Lehrkraft die Elemente der Erd- und Naturkunde hinzu. 1890 trat an die Stelle eines engen Mietshauses das jetzige ansehnliche Schulgebäude in der nordwestlichen Neustadt, von einem geräumigen Baum- und Gemüsegarten umgeben. Acht Jahre später ging die Schule in die Verwaltung der Anglo Jewish Association und .damit in die staatliche englische Schulinspektion über, seitdem datiert ihr bemerkenswerter Aufschwung. 1903 musste sie wieder erweitert werden, gegenwärtig besteht sie aus sechs aufsteigenden Klassen, von denen jedoch die Teilung der Elementarklasse bevorsteht. Neben sechs europäischen Lehrerinnen, an deren Spitze eine mit erstklassigen Regierungsdiplomen ausgestattete Vorsteherin steht, unterrichtet eine Reihe eingeborener Hilfskräfte. Die Zahl der Mädchen beläuft sich einschliesslich der Kindergartenzöglinge in 12) Neumann (S. 399) und Luncz (S. 71) haben das Jahr 1864, Dr. Grünhut („Die jüdischen Wohltätigkeitsanstalten Jerusalems", Altneuland 1905 No. 5 S. 139) „Ende der siebziger Jahre".

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