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Altneuland · 1905-11-01 · Heft 11-12 (November 1905) · p. Seite 342

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 11-12 (November 1905)
Article
Jugendpflege
Date
1905-11-01
Page
Seite 342 (sequence 22)
Language
German
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— 342 — nis der Entwicklung der Schulen. In der Rothschild-Schule wurde z. B., solange sie unter Rothschildscher Administration in Paris stand, die französische Sprache gepflegt, mit dem Uebergang an die Anglo Jewish Association wurde sie durch die englische Sprache verdrängt. Aber prinzipiell angesehen dürfte sich, wenigstens für die aschkenasischen Anstalten — und deren ist heute die Majorität —, aus einer doppelten Erwägung heraus das Deutsche als zweite Unterrichtssprache empfehlen: Einmal liegt diese Sprache ihrem Jargon, der trotz; aller Verstümmelungen ein deutsches Idiom ist, am nächsten, kommt ihrer eigenen Neigung offenkundig entgegen und kann bei konsequenter Durchführung zweifellos unter geringeren Schwierigkeiten als das Englische oder Französische zum Eigentum erworben werden. Und dann hat bei dem wachsenden wirtschaftlichen Einfluss Deutschlands im Orient die deutsche Sprache und die deutsche Geistesbildung dort ohne Frage noch eine Zukunft, so dass die Vertrautheit mit ihr neben dem geistigen auch einen hervorragend praktischen Gewinn bedeutet. Es scheint also auf diesem Wege für die ökonomische Wohlfahrt der kommenden Generationen und für das Gesamtniveau des Volkstums am besten gesorgt zu sein. 4- Die Geschichte des jüdischen Kindergartens in Palästina führt uns in ihren Wurzeln zu der zweiten Bildungsschule Jerusalems, der Evelina von Rothschild-Schule für Mädchen. Hier liegen meines Wissens die Anfänge der modernen palästinischen Kleirikindererziehung überhaupt, indem im Jahre 1896 der erste Kindergarten auf Palästinas Boden nach bewährten deutschen Grundsätzen an der Anstalt eingerichtet wurde. Eine Schülerin des Fröbelhauses in Dresden, indirekt auch eine Schülerin des Meisters selbst, steht seit jenem Jahre ,an der Spitze der Gründung und hat sie auf eine anerkennenswerte Höhe gebracht, auch schon wieder Kindergärtnerinnen für die Kolonie ausgebildet. Aus 30 Kindern hat sich in kaum zehn Jahren die Zahl fast verzehnfacht, die Kleinen werden jetzt jin vier Klassen beschäftigt. In der Oberklasse wird künftig, um die Unterstufe der eigentlichen Mädchenschule zu entlasten, auch Elementarunterricht erteilt werden, ähnlich wie es in dem Kindergarten des Hilfsvereins zu Jaffa geschieht, wo dieser Kursus allerdings die noch ausstehende

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