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Altneuland · 1905-11-01 · Heft 11-12 (November 1905) · p. Seite 340

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 11-12 (November 1905)
Article
Jugendpflege
Date
1905-11-01
Page
Seite 340 (sequence 20)
Language
German
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— 340 — sowohl als die geistige, geradezu gehemmt, und die Folge eines solchen Erziehungssystems sind in der Regel blasse Gesichter, scheuer Blick und Stumpfsinn." Ein photographisches Bild, das einem im Gedanken an die zarten> verkümmerten Pflänzlein das Herz weh macht! Die Gründung des ersten Kindergartens i. J. 1903 kam also einem schreienden Bedürfnis entgegen, und ungeteilte Anerkennung verdienen die Einsicht und Opferfreudigkeit des Hilfsvereins, der mit Unterstützung des Lemaan Zion-Vereins nicht nur hier, sondern auch in Jaffa11) die Hand ans Werk legte. Der Zusammenhang mit der Lämelschule und ihrem Lehrkörper ist sowohl dadurch gewahrt, dass die Gründung und Fortführung des jungen Unternehmens nicht ohne dessen Mitwirkung vor sich geht, als auch darin, dass selbst auf diese zukunftsfrohe Stätte zartester Jugenderziehung der Cherem ausgedehnt wurde. Aber gleich den Bildungsschulen ist der Kindergarten unter dieser Last fröhlich aufgeblüht; die erfreulichen Ergebnisse spornten bereits nach einem Jahre zur Eröffnung eines zweiten in einem andern Stadtteile an. Und jetzt eben, zu Michaelis 1905, ist die inständig gehegte Hoffnung in Erfüllung gegangen, dass sich an die Kleinkinderschule die Elementarklassen einer deutschjüdischen Mädchenschule angliedern werden, welche die Grundlage zu einer künftigen diplomierten deutschjüdischen Mädchenschule in Jerusalem bedeuten. Das ist wieder ein Grosses, aber Selbstzufriedenheit wäre in Palästina unter den lange vernachlässigten Verhältnissen übel am Platze. Die wohltätige Wirksamkeit der Kindergärten könnte trotz aller Popularität, der sie sich bereits bei der Bevölkerung der Aschkenazim und der Sephardim erfreuen, noch erhöht werden durch die Anstellung einer gründlich und fachlich, etwa im Pestalozzi-Fröbelhaus zu Berlin, ausgebildeten Kindergärtnerin; und der Hilfsverein hat in der Tat für diesen Zweck bereits eine jährliche Unterstützung bewilligt. Man wird dann auch Kurse zur theoretischen Ausbildung geeigneter weiblicher Kräfte einrichten können, für deren Einstellung sich das Bedürfnis immer stärker regt. Gegenwärtig arbeiten zwei Haupt- und drei Hilfslehrerinnen an den beiden Anstalten, neben denen sich mehrere Hospitant innen praktisch auszubilden suchen. Die Zahl der Zöglinge betrug im Vorjahre 218. 44 Knaben und 96 Mädchen waren im ersten, 26 13) Nach einer Angabe der »Jüdische» Presse" (1905, v. 6. Oktober, S. 403) auch in Safed-

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