Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1905)
- Article
- Jugendpflege
- Date
- 1905-11-01
- Page
- Seite 332 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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— 332 — Fächer, die hebräischen und die deutschen, derselben Klasse angehören. Jene Zwangsmassregel wird sicherlich für eine rechtzeitige Anmeldung schulpflichtiger Kinder gute Früchte zeitigen. Die Angemeldeten gehören weitaus zum grössten Teil den Aschkenazim an — die Sephardim suchen in der Regel die französische Alliance-Schule auf/ — aber auch hier werden orientalische Juden unter der Voraussetzung der Reinlichkeit usw. auf ihren Wunsch aufgenommen. Die letzte mir vorliegende Statistik über den Schulbestand —■ vom Winterhalbjahre 1901/02 — zählt unter den 147 Schülern 114 Aschkenazim, 30 Sephardim (15 spanisch-portugiesische, 5 arabische Juden, 2 Jemeniter, 4 Marokkaner, 3 Perser, 1 Georgier), 2 Mohammedaner und einen Christen. Die Minderzahl der Wohlhabenderen zahlt ein Schulgeld bezw. eine Vergütung für Bücher und Schreibmaterialien, die den Aermsten zugunsten ihrer gleichmässigen Bekleidung und Beschuhung zugute kommt. Diese werden auch in dem deutschjüdischen Waisenhause unentgeltlich gespeist. 2. Das neue Schulgebäude kann etwa 300 Schüler fassen. Die gegenwärtige Zahl beläuft sich auf 175. Es vermag demnach, auch nachdem das Seminar in seinen Räumen untergebracht ist, dem wachsenden Bildungsstreben der jüdischen Bevölkerung noch auf geraume Zeit hinaus zu genügen. Die Lehrerbildungsanstalt wurde am 5. Mai 1904 zunächst mit zwei Klassen eröffnet. Von diesem Tage an darf man eine neue Epoche in der Geschichte des jüdisch-palästinischen Bildungswesens datieren. Denn die Gründung hilft den Ha,uptnotstarid der jüdischen wie der palästinsichen Schule überhaupt, den Mangel an pädagogisch geschulten Lehrkräften, abstellen. Die Griechen wie die Lateiner seufzen ausgesprochenermassen unter dem Notstand, ohne bisher durchgreifende Massregeln zur Abhilfe getroffen zu haben. Nur die Russen, die jüngste aber weitschauende und diplomatisch kluge Macht im heiligen Lande, besitzen in Nazareth ein tüchtiges Lehrerseminar und in Bet Dschala bei Betlehem ein Seminar für Lehrerinnen mit guter höherer Mädchenschule. In Jerusalem hatte bisher trotz der gewaltig gewachsenen Zahl von Tag- und Anstaltsschulen das deutschevangelische Syrische