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Altneuland · 1905-11-01 · Heft 11-12 (November 1905) · p. Seite 326

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 11-12 (November 1905)
Article
Jugendpflege
Date
1905-11-01
Page
Seite 326 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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— 326 — standen, die unter den Schulgebäuden Jerusalems einen der ersten Plätze einnimmt. Sie enthält neben den Klassenzimmern Bibliothekzimmer für Schüler-, Lehrer- und Seminarbücherei, Direktorats- und Konferenzzimmer, ferner zwei Säle, von denen der obere festliche den Schulfeiern, der im Souterrain zum Schutz gegen die Unbilden des Wetters, sowie für die täglichen Andachten und Inspektionen dient. Die hygienische Orientierung des1 Hauses hat sich bereits in der Scharlachepidemie bewährt, welche seit dem Winterhalbjahr 1904/05 in Jerusalem besonders stark in den jüdischen Quartieren grassierte; nur einen einzigen, dazu gutartig verlaufenen Fall hatte die Anstalt bisher zu verzeichnen. Die hohen, gut ventilierten Zimmer machen sich für Schüler und Lehrer besonders in den heissen Sommermonaten als eine Wohltat fühlbar. Der Unterricht geht im engen Anschluss an die neuere Pädagogik und die deutsche Volksschulpraxis von der Anschauung aus, d. h. von der nächsten Umgebung des Kindes, in der Erdkunde z. B. von der Heimat, und in der Heimatkunde von der Topographie Jerusalems, oder auch von guten deutschen Anschauungsbildern. Dem Sprachunterricht liegen beide Anschauungsmittel zugrunde, er umfasst von der Unterstufe an die hebräische und die deutsche Sprache. Für die Pflege der hebräischen Sprache, in welcher auch die religiösen Disziplinen unterrichtet werden, ist von vornherein der Gesichtspunkt massgebend, die Sprache mit ihrem Wort- und Gedankenschatz wieder zu einer lebendigen, zu der Nationalsprache zu erheben — auch die Aufführung eines hebräischen Schauspiels im letzten Frühjahr legte vor einer grösseren jüdischen Reisegesellschaft Zeugnis davon ab, dass die Schülerin dieser Sprache modern zu denken vermögen. Im deutschen Unterricht ist der Jargon verpönt, ein reines Deutsch wird von Stufe zu Stufe befriedigender erzielt. Auf der Mittelstufe beginnt der Unterricht in der arabischen Landessprache, deren Verständnis für künftige Angesessene unerlässlich ist; aus praktischen Gründen sollte hier ausschliesslich die Sprachfertigkeit im Volksdialekt erstrebt werden, da das klassische Arabisch für das Leben auf der Strasse und im Handel rein gar nichts bedeutet. Das letzte Schuljahr fügt mit zwei Wochenstunden den Anfangsunterricht im Französischen hinzu. Man wird zugestehen, dass die Klippe, an der sich so zahlreiche Schulen Jerusalems zu ihrem Schaden stossen, eine

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