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Altneuland · 1905-11-01 · Heft 11-12 (November 1905) · p. Seite 325

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 11-12 (November 1905)
Article
Jugendpflege
Date
1905-11-01
Page
Seite 325 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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— 325 — in dieser Spanne Zeit! Damals 40—60 Schüler, Heute trotz Abweisung der wegen vorgeschrittenen Alters Ungeeigneten 175; damals 1—2 Lehrer, heute 8; damals 3 Jahreskurse, heute 6 Jahrgänge mit 6 aufsteigenden Klassen, abgesehen von dem organisch angegliederten Kindergarten und Lehrerseminar, denen als jüngstes Pflänzlein soeben eine Mädchenschule zur Seite tritt. Damals ein Mietshaus, das zwar durch Ordnung und Sauberkeit seine europäische Beeinflussung verriet, aber doch dem wachsenden x\ndrang und den Anforderungen der Zeit allmählich nicht mehr entsprach. Heute ein monumentales Schulgebäude mit einem Reichtum von Luft und Licht, mit modernem Inventar;und zweckmässigen Lehrmitteln. Der 4. August 1903, der Tag der feierlichen Einweihung des Neubaüs, ist ein Merkstein in der Geschichte der Anstalt. Die grosse Schülerzahl (172) hatte zuletzt nur dadurch untergebracht werden können, dass der Direktor — ein geborener Jerusalemer, der jetzt seit 17 Jahren die Schule leitet — seine Wohnung für Unterrichtszwecke zur Verfügung stellte. Da gelang es, die Kuratoren der Baron Hirsch-Stiftung und den Vertreter der Jewish Colonization Association nach voraufgegangener Inspizierung und vollbefriedigender Detailprüfung für das Projekt des Neubaus zu gewinnen.4) Sie bewilligten in richtiger Wertung der Kulturarbeit, welche hier in der Stille geleistet wird, und in Anerkennung des Einflusses, welcher von hier auf das geistige und sittliche Niveau der Bevölkerung bereits ausgegangen ist, einen grossen Teil der Baukosten. Der Vorstand der Wiener Kultusgemeinde, der junge „Hilfsverein der deutschen Juden" in Berlin und einzelne Menschen- und Zionsfreunde taten das Ihrige zur Verwirklichung des Planes, der Jugend wenigstens für die Schulstunden ein gesundes, geräumiges Heim und der gesamten Judenschaft ein würdig repräsentierendes Gebäude zu verschaffen. Und so ist im Zentrum der jüdischen Kolonien in der Neustadt, nahe dem deutschen Konsulatsgebäude und gleich weit von der Jaffa- und der Meah Schearimstrasse entfernt, frei und luftig gelegen, auf einem Grundstück von 5600 qm die neue Lämelschule er- 4) Der Letztere berichtet an seine Gesellschaft u. a. von der Absicht der beiden interessierten Konsuln, bei der Pforte um Erlass eines Firmans zwecks Eigentumaerwerb für die Frankfurter Verwaltung einzukommen. Er anerkennt die pädagogische Ausrüstung des Lehrkörpers, meist geborener Jerusalemer, für ihre Schulaufgabe, wie ihre ausseramtliche Tätigkeit, die in der Begründung der Jerusalemer Bibliothek (Midrasch Abarbanell) und in der Veranstaltung von öffentlichen Vorträgen über jüdische Literatur und Geschichte dort zu Tage tritt.

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