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Altneuland · 1905-10-01 · Heft 10 (Oktober 1905) · p. Seite 312

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 10 (Oktober 1905)
Article
Bericht der Generaldirektion an den Verwaltungsrat der Jewish Colonization Association für das Jahr 1905 [Nachricht]
Date
1905-10-01
Page
Seite 312 (sequence 3)
Language
German
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— 312 — nisten, die sich ausschliesslich mit Ackerbau beschäftigen oder gleichzeitig Acker- und Weinbau treiben, waren im Mittel 915 Frcs. per Kolonist. e) Mischmar-Haj arden. Diese kleine Kolonie in Obergaliläa ist andauernd in einer schlechten Lage. Die Zahl der Kolonisten ist gering (11 Familien), sodass die Lasten, die jedem Einzigen aus den allgemeinen Unkosten entstehen, sehrbedeutend sind. Ausserdem haben sie zu wenig Land. Wiederholt beschlossen wir, Land von den benachbarten Besitztümern anzukaufen, wodurch die Lage verbessert werden könnte. Leider gelang es bis jetzt noch nicht. Die Ernte 1903/4 war für diese unglückliche Kolonie besonders vernichtend. Trockenheit, Verheerungen seitens der Feldmäuse und Heuschrecken, alles trug dazu bei, um die Armut der Kolonisten, welche ausschliesslich Feldbau treiben, zu vergrössern. Der Reingewinn war pro Familie weniger als 300 Frcs., und so waren wir verpflichtet, ihnen zu Hilfe zu kommen, damit sie die Zehntensteuer und andere Abgaben, sowie die allgemeinen Unkosten der Kolonie tragen können. Die 11 Familien von Mischmar zählen 67 Seelen. 2. Das Gut Sedschera. Das Jahr 1903/4 war schlecht für den Feldbau in Sedschera. Der Regenmangel hinderte auch die Entwickelung der Pflanzungen. Dazu gesellte sich die Mäuseplage, die mindestens die Hälfte der Ernte vernichtete. So waren die Erträgnisse schwach und das Defizit des Gutes bedeutend grösser als das des vorigen Jahres. Eigene Exploitation. Von der auf eigene Rechnung bearbeiteten Fläche von 401 ha waren 246 mit Winterkulturen und 175 mit Sommerung angebaut. Die Weizenernte war grösstenteils durch Feldmäuse vernichtet worden, so dass die Ernte nur 2—3mal die Saat ausmachte. Gerste und Hafer, die sich auf Hängen befanden, litten weniger. Was nun die Sommerkulturen betrifft, so konnten sie sich bei mangelnder Feuchtigkeit im Boden nicht gut entwickeln. Das Vieh litt ebenfalls unter der Trockenheit, indes war das Jahr für das Rindvieh noch einigermassen gut, während das Kleinvieh stärker mitgenommen wurde. Ein grosser Teil der Ziegen ging infolge einer Epizootie ein. Die natürlichen Bedingungen sind aber in Sedschera für die Viehzucht vorzüglich, da Weidegelegenheit überall vorhanden ist. Der Verwaltungsrat bewilligte Mittel zur Vergrösserung der Herde. Da ein Teil der Ländereien für die Kultur unverwendbar ist, so wird die Exploitation nur in Verbindung des Ackerbaues mit der Viehzucht gute Ergebnisse geben. Der Verwaltungsrat bewilligte ebenfalls die Mittel zur Anlage von Oelbaumpflanzungen, welche nach einigen Jahren eine weitere wertvolle Quelle der Einnahmen darstellen werden. 1903/4 wurden die Meliorationen fortgesetzt, welche den Zweck haben, das Gut auszubauen. Es wurden eine Mühle eingerichtet, ein Teil des Waldes durchforstet, 3 km Weges chaussiert, eine Quelle kanalisiert und ebenso die Düngung der Felder fortgesetzt. Die Farm hat 35 bis 40 jüdischen Arbeitern dauernd Aibeit geliefert. Ausserdem fanden noch andere jüdische Arbeiter während der wichtigsten Arbeiten Beschäftigung. Die Einwanderung von russischen Juden in diese Gegend war ziemlich stark. Pächter. Es gibt 12 Pächter in Sedschera. Dieses Jahr wurden keine neuen Pächter installiert. Andererseits bewilligte der Verwaltungsrat die nötigen Mittel, um für 10 Pächter, deren Wohnungen in schlechtem Zustande sich befanden, Häuser zu bauen. Das, was wir oben bezüglich der diesjährigen Feldkulturen gesagt haben,, bezieht sich natürlich auch auf die Bestellungen der Pächter, die sehr schlechte

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