Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1905)
- Article
- Bericht der Generaldirektion an den Verwaltungsrat der Jewish Colonization Association für das Jahr 1905 [Nachricht]
- Date
- 1905-10-01
- Page
- Seite 313 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 313 — Erträge gehabt haben. Ihr Weizen lieferte nur die Aussaat, Gerste und Hafer 2—3mal und Kichererbsen 5mal die Aussaat. Unser Administrator von Sedschera schreibt bezüglich der Pächter: „Ich verfolgte mit lebhaftem Interesse die Arbeit, das Leben und die Führung unserer Pächter. Ich kann Sie versichern, dass es unmöglich ist, sich mehr Entbehrungen aufzuerlegen, mit mehr Ausdauer zu arbeiten, als wie es die Mehrzahl unter ihnen tut. Wenn ihre Lage jetzt noch schlecht bleibt, so können sie nicht dafür verantwortlich gemacht werden. Die Umstände waren derart, dass das Ergebnis nicht ihrer Mühe entsprach. Diese Umstände sind: einerseits die Monokultur auf Böden mittlerer Güte mit zwei aufeinander folgenden schlechten Jahren und andererseits die Unmöglichkeit Viehzucht zu treiben (sei es Grossvieh, sei es Geflügel), da sie keine ■entsprechenden Baulichkeiten besitzen." Der Verwaltungsrat zeigte die Absicht, durch entsprechende Massnahmen die Entwickelung der Viehzucht zu fördern, um allmählich das ganze Gut von Sedschera den Pächtern zur Nutzung abzugeben. (Fortsetzung folgt.) WETTERBERICHTE VON DREI METEOROLOGISCHEN STATIONEN AUF JUEDISCHEN KOLONIEN. Zusammengestellt von Dr. M. Blanckenhorn. Es gereicht mir zur grossen Freude, die ersten Resultate von neuen, seit Beginn dieses Jahres funktionierenden meteorologischen Stationen auf jüdischen Kolonien Palästinas verarbeiten und heute dem dafür interessierten Publikum darbieten zu können. Es sind dies bisher die Stationen Sichron Jacob, Melhamie und Mesha. Die Instrumente, mit welchen genannte Stationen von mir bezw. Herrn Ar. Aaronsohn versehen werden sollten, habe ich schon in einem früheren Berichte (Altneuland, August 1904 S. 229) besprochen. Tatsächlich ist die Verteilungspäter etwas anders ausgefallen, insofern als z. B. Melhamie zunächst nur als kleinere Station (III. Ordnung) mit einem Stationsthermometer, Regenmesser und Verdunstungsmesser versehen wurde. lieber die spezielle Ausrüstung etc. aller dieser Stationen auf jüdischen Kolonien werde ich später ausführlich berichten, nachdem ich dieselben womöglich noch in diesem Jahre persönlich kennen gelernt und kontrolliert haben werde. Bedauerlich bleibt bisher besonders die Verschiedenheit der von den einzelnen Beobachtern gewählten Beobaclxtungstermine, die einen genauen Vergleich der Stationen untereinander illusorisch macht. Am wenigsten glücklich sind die Terminzeiten in Mesha. Hoffentlich lässt sich in dieser Beziehung recht bald völlige Uebereinstimmung aller Stationen und Verlegung der Termine auf die am meisten empfehlenswerten Zeiten 7, 1 und 9 Uhr, so wie es bei Sichron Jacob und bei fast allen früheren nichtjüdischen meteorologischen Stationen des Deutschen Palästina Vereins üblich ist, erzielen. Diese bestimmten Termine müssen dann auch unbedingt genau eingehalten werden, wenn man die Beobachtungen wissenschaftlich verwerten soll.