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Altneuland · 1905-10-01 · Heft 10 (Oktober 1905) · p. Seite 302

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 10 (Oktober 1905)
Article
Explorierung und Verwertung von Ländereien ; Meliorations- und Kolonisations-Gesellschaften
Date
1905-10-01
Page
Seite 302 (sequence 5)
Language
German
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— 302 — welcher sie arbeiten, und je nach der Entwicklungsfähigkeit ihrer Produktionen. Die nach mineralischen Schätzen forschenden Schürfgesellschaften stehen im allgemeinen merkwürdig schlecht; dies ändert sich natürlich, sobald die gesuchten Metalle oder Edelsteine in abbaufähigen Lagern gefunden worden sind, aber esscheint doch, als ob die Wahrscheinlichkeit der Auffindung solcher im allgemeinen sehr gering ist. Auf jeden Fall müssen die Gründer und Aktionäre der meisten neuen Schürfgesellschaften sich mit dem Gedanken vertraut machen, vielleicht ihr Geld ä fonds perdu gezeichnet zu haben. Allerdings wäre es bedauerlich, wenn sich schliesslich gar keine Kapitalien mehr für die bergmännische Erforschung unbekannter Gebiete fänden; aber eigentlich wäre es richtiger, wenn derartige Unternehmungen privatim von ertragreichen Minengesellschaften finanziert würden,; als dass ihre Aktien, womöglich in kleinen Pfundstücken, auf den offenen Markt kommen. Der Handelsbetrieb in dem Konzessionsgebiet einer Gesellschaft ist infolge seiner beschränkten Ausdehnungsfähigkeit in der Regel nicht, oder wenigstens nicht dauernd der Hauptgeschäftszweig derselben. Er gibt besonders in den ersten Jahren oft reichliche Erträge, macht aber schon bald der Entwickelung der Bodenproduktion Platz, es sei denn, dass er sich auf das ganze benachbarte Kolonialgebiet ausdehnt und die Unternehmung zu einer reinen Handelsgesellschaft wird. Der Handel befasst sich einerseits mit dem Aufkauf und dem Export der von Eingeborenen gewonnenen Urwald- oder Steppenprodukte oder der von denselben im landwirtschaftlichen Kleinbetrieb erzeugten pflanzlichen oder tierischen Stoffe, und andererseits mit dem Import der von der Bevölkerung zu konsumierenden, eventuell als Tauschwaren zu benutzenden Industrieerzeugnisse. Je dichter die Bewohnerschaft des Konzessionsgebietes ist, um so intensiver und gewinnbringender wird sich der Importhandel gestalten. Ueberhaupt wächst der Wert des Landbesitzes mit zunehmender Bevölkerungsdichte bedeutend, und daher ist es das natürliche Bestreben der meisten Konzessionsgesellschaften, die Ansiedelung von Farbigen oder Weissen in weitgehendstem Masse zu begünstigen; in dieser Richtung ist schon das Festhalten angeworbener Arbeiter durch Zuweisung eines Gründstückes und einiger Stück Kleinvieh vorteilhaft. Die Entwickelung der Bodenproduktion bedeutet schon einen grossen Schritt vorwärts in der Nutzbarmachung des Terrains.

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