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Altneuland · 1905-10-01 · Heft 10 (Oktober 1905) · p. Seite 294

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 10 (Oktober 1905)
Article
Vom amerikanischen Orient
Date
1905-10-01
Page
Seite 294 (sequence 6)
Language
German
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— 294 — dern ruht hauptsächlich auf einer für den Orient neuen, belebenden Spezialität: landwirtschaftliche Maschinen und Geräte. „Syrien und Palästina", schreibt Professor Bernhard, „könnten reiche Provinzen sein. Aber der syrische Bauer streift nur lose mit dem hölzernen Pflug über die Aecker; kaum eine Scholle wendet sich, und schliesslich wird die spärliche Ernte durch das barbarische Dreschen mit dem Schlitten noch zur Hälfte vernichtet. Für die Seidenzucht bietet der Orient die günstigsten Bedingungen; aber aus Mangel an Bewässe-. rungsmotoren lässt man die Maulbeerblätter verdorren." „Und ähnlich steht es mit der Olivenernte, mit der Baumwollzucht, ja mit der gesamten Landwirtschaft der Türkeil Alle die unendlichen, reichen Hilfsmittel des Landes verkommen und verdorren." In dieses daniederliegende Gebiet ist der Amerikaner mit eisernem Pfluge, mit modernen Eggen, Dreschmaschinen, Bewässerungsmotoren und anderen Apparaten gekommen. Kühn war der Versuch, jedoch „theoretisch" war er durch die Colleges seit langem vorbereitet. Professor Bernhard sagt einleitend: „Die Wenigen, welche die Türkei wirklich kennen, versichern, dass diese daniederliegenden Länder sich einst zum blühenden Garten entfalten werden. Wer soll der Gärtner sein?" Und er schliesst seine Studie mit den Worten: „Zur Diskussion jedoch möchte ich die Frage stellen, ob die Deutschen nicht von den Amerikanern etwas lernen können; ob Deutschland nicht eine ähnliche „Kulturmission" organisieren kann wie Amerika; ob es nicht möglich ist, neben den politischen und finanziellen Mitteln, auch die deutsche Geisteskultur wirken zu lassen, als einen Bahnbrecher und als einen Anker." Und wir Juden? Als Antwort auf diese Frage glaube ich die Worte des Prof. Martin Philipsohn, der ebenfalls sich in letzter Zeit im Orient umgesehen hat, hierher setzen zu sollen: „Es gibt nur ein Mittel", schreibt er in No. 25 der „Allgemeinen Zeitung des Judentums", „die israelitischen Elementarschulen im Orient wahrhaft nützlich zu machen und zugleich die Lage der dortigen Juden zu verbessern: man muss mehr Gewerbeschulen und man muss vorzüglich Fortbildungsschulen und eine jüdische Hochschule gründen." „Man

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