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Altneuland · 1905-09-01 · Heft 9 (September 1905) · p. Seite 279

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 9 (September 1905)
Article
Von der Hedschasbahn [Nachricht]
Date
1905-09-01
Page
Seite 279 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 279 — der Richtung nach Mekka, angeblich gegen 90 km, und 83 km, der Rest der Verbindungsbahn Haifa—Der'aa, die Strecke Jordanbrücke—Der'aa, angefügt. Mit der Bewältigung dieser letzten Strecke ist die schwierigste und kostspieligste technische Arbeit geleistet, und man darf annehmen, dass, falls die treibenden Kräfte dieselben bleiben und dem Werke das Wohlwollen des Sultans erhalten bleibt, die ganze Bahn bis nach Mekka in absehbarer Zeit beendet sein kann. Es ist das Bestreben Meissners, unter seinen türkischen Mitarbeitern geeignete Kräfte soweit auszubilden, dass später, bei dem Eintritt der Bahn in das Nachbargebiet der heiligen Orte, die Bauleitung allein von Mohammedanern ausgeübt werden kann. Von besonderem Interesse auch für den Westländer ist die Strecke Haifa—Der'aa, die verhältnismässig leicht bereist werden kann und dabei dem Techniker wie dem wissenschaftlichen und auch dem Vergnügungsreisenden viel bietet. Wo jahrzehntelang der von Engländern begonnene, später verlassene Unterbau unkrautumwachsen lag, zieht jetzt der türkische Personen- und Warenzug durch die Ebene Jesreel und erreicht das Trümmerfeld der alten Stadt Bethsean, wo einst die Philister den kopflosen Körper des Königs Saul an die Zinnen der Mauer gehängt hatten. Dann wendet die Bahn gegen Norden und erreicht den Jordan, dessen Spiegel hier 260 m unter dem Mittelmeere liegt. Hier beginnt die schwierige Strecke, der Aufstieg aus dem Jordantal in das hochgelegene Ostjordanland. 630 m Höhenunterschied, zwischen Maad im Jordantal und Sammach am Westrande des Hochlandes, werden hier auf 9 km Entfernung überwunden. Die Bahn folgt dem Tal des Jarmük und seiner Nebenflüsse und erreicht dann Der'aa, das alte Edrei, die Hauptstadt des einstigen Königs Og von Basan. Das Land ist überreich an Zeugen alter und bewegter Zeiten, als hier wehrhafte Völker sich ihre festen Sitze, Paläste und Burgen schufen und dann Griechen und Römer ihre gewaltigen Kulturbauten errichteten, die heute noch nützlich verwendet werden können. In seiner Art schliesst sich das türkische Kulturwerk den alten Schöpfungen an und wird dazu beitragen, die Wehrkraft des türkischen Reiches zu heben und entlegene, vergessene Länder dem Pulsschlage der Zeit näher zu bringen. Im Anschluss daran teilen wir tolgende Angaben unseres Korrespondenten aus Palästina über die Teilstrecke Haifa—Der'aa mit: Am 1. September 1905, dem Geburtstage des Sultans, sollte die Linie dem Verkehr feierlich übergeben werden. Die Verbindung der Linie Plaifa—Jordan mit der Linie Damaskus—Hedschas sollte an diesem Tage fertig werden. Aber infolge starker Fieberanfälle, unter denen die Arbeiter im Osten vom Jordan litten, nahmen die Arbeiten einen langsamen Verlauf, und man rechnet die neue Linie Haifa—Edrei (Edre'i ist die Verbindungsstation mit der Damaskus—Mekkabahn) erst Mitte Oktober eröffnen zu können. Die Verbindung der Haifabahn mit der Hedschaslinie wird es ermöglichen, Damaskus in etwa 12 Stunden, d. h. in einem Tage von Haifa aus zu erreichen. Um nach Tibeiias zu gelangen, bedient man sich jetzt der Bahn bis zur Station Samach am Ufer des Tiberiassees. Die Reise dauert etwa 4y2 Stunden. Von Samach kommt man per Segelboot in 1—2 Stunden je nach Windstärke nach Tiberias. Die Eisenbahnverwaltung beabsichtigt ein Dampfboot sur Beförderung von Passagieren und Gütern zwischen Samach und Tiberias einzustellen, um auf diese Weise den Verkehr von Haifa und Damaskus mit Tiberias und Umgebungen zu fördern.

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