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Altneuland · 1905-09-01 · Heft 9 (September 1905) · p. Seite 280

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 9 (September 1905)
Article
Von der Hedschasbahn [Nachricht]
Date
1905-09-01
Page
Seite 280 (sequence 3)
Language
German
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— 280 — Die Regierung lässt gegenwärtig zwei Chausseen tracieren: eine zwischen Saffed und Tiberias und die andere zwischen Salt und Jerusalem. Diese neuen Strassen sollen ebenfalls den Verkehr auf der neuen Bahn heben. Von Samach am Tiberiassee bis Edrei — Terminus der Haifabahn — läuft die Bahn den Jarmuk, den grössten Nebenfluss des Jordan, entlang. Ueber den Jarmuk wurden etwa 10 Brücken geschlagen. Auf dieser Strecke wurde auch ein Tunnel gegraben. Leider liegt auf dieser Strecke auch ein sehr ungesunder, durch seine Fieber berüchtigter Ort El-Hummeh, wo sich grössere schwefelsaure warme Quellen, ähnlich den von Tiberias, befinden. Die Eisenbahnverwaltung will dort eine Badeanstalt errichten. Es geht das Gerücht um, dass die französische Gesellschaft der Beirut— Damaskus—M'zerib-Bahn mit der Abbsicht umgeht, den Betrieb der neuen Haifa— Damaskus-Bahn von der Regierung in Pacht zu nehmen. Es ist aber kaum anzunehmen, dass die türkische Regierung darauf eingehen wird. Aus Palästina. Den „Mitteilungen und Nachrichten des Deutschen Palästina-Vereins" entnehmen wir folgende für uns interessante Nachrichten aus Palästina: In der Bevölkerung von Haifa macht sich seit etwa einem Jahr*eine 2iemlich starke Bewegung für Auswanderung nach Amerika bemerklich. Da die Auswanderung von der türkischen Regierung nicht gern gesehen und möglichst zu verhindern gesucht wird, so müssen die Auswanderer zu verschiedenen Mitteln greifen, um fortzukommen. Das am meisten angewendete besteht darin, dass mit einer Dampfschiffahrtgesellschaft ein Vertrag geschlossen wird, so und so viel Passagiere nachts zwischen zwei Stationen an Bord zu nehmen. Die Auswanderer besteigen zu der verabredeten Zeit ein Segelboot, doch nicht vom Hafen aus, und fahren aufs Meer hinaus, wo sie den Kurs des Dampfers kreuzen. Durch verabredete Zeichen wird der Dampfer veranlasst, zu halten, und die „Schiffbrüchigen" werden an Bord genommen Manche der Auswanderer sollen, wie erzählt wird, nach zwei oder drei Jahren als amerikanische Bürger zurückkommen; aber bisher hat sich noch niemand von diesen Leuten in dieser neuen Eigenschaft hier gezeigt. Die Olivenernte ist 1904 im Norden Palästinas eine sehr geringe gewesen, so dass das Oel schon um 25 °/0 gegen das-vorige Jahr im Preis gestiegen ist. Es kommt dies mit daher, dass die Araber beim Einernten der Oliven dieselben nicht pflücken, da das ziemlich mühsam ist, sondern dass sie sie mit Stöcken abschlagen, wobei dann meistens auch die jungen Triebe, die das nächste Jahr Frucht tragen sollten, mit abgeschlagen werden. Unter den Olivenbäumen sieht es daher nach der Ernte aus, als wenn gegen die Baumkrone eine Schlacht geführt worden sei, soviel Zweige, Zweiglein und Blätter liegen umher. Deshalb haben die Araber eigentlich auch nur alle zwei Jahre eine Olivenernte, während die deutschen Kolonisten, da sie die Oliven pflücken, jedes Jahr von den Bäumen ernten. Die neue Fahrstrasse von Jerusalem nach Nablus ist im Frühjahr 1904 dem öffentlichen Verkehr übergeben worden, soweit sie bis dahin feriig war. Sie zweigt jenseits desWadi ed-Dschoz von der Oelbergstrasse ab, ersteigt in giosser, eine prächtige Aussicht auf Jerusalem gewährender Windung den Skopus und lührt dann, dem bisherigen Reitweg folgend, nach el-Bire (13^2 km). Dort bietet ein Chan notdürftige Unterkunft. Von da geht die Strasse ziemlich direkt nord-

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