Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 9 (September 1905)
- Article
- Deutsche Kolonisations-, Wirtschafts- und Kulturbestrebungen im türkischen Orient
- Date
- 1905-09-01
- Page
- Seite 269 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Aleppo 1× ep/1047811
- Beirut 1× ep/1047833
- Haifa 1× ep/1047930
- İzmir 1× ep/1047963
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— 269 — Die Folge dieses guten Einvernehmens ist die Durchsetzung der türkischen Armee mit deutschen Offizieren und die Plazierung der türkischen Geschütz- und Munitionsbestellungen hauptsächlich in Deutschland. Trotzdem darf man aber auch hierbei nicht vergessen, dass der Sultan ein viel zu guter Politiker und Diplomat ist, um Deutschland bei sich allmächtig werden zu lassen, er versteht es meisterhaft, die Mächte gegeneinander auszuspielen. Die Zahl der deutschen Konsulate in der asiatischen Türkei ist zwar geringer als die der englischen, immerhin für ein Land von 16 Millionen Einwohnern nicht unbedeutend. Deutschland besitzt ein Generalkonsulat in Beirut,! Berufskonsulate in Jerusalem und Smyrna, ausserdem noch Konsulate in Bagdad, Damaskus, Jaffa, Aleppo, Mersina, Vizekonsulate in Alexandrette, Haifa, Tripolis, Amasia, Konia, Brussa, einen konsularischen Agenten in Antiochia; auffallend ist das Fehlen jeder konsularischen Vertretung in Armenien. Was die religiösen Mittel betrifft, im Orient Einfluss zu erwerben, so steht Deutschland hinter allen. Grossstaaten zurück. Wohl beschützt der Deutsche Kaiser besonders die Protestanten, aber nur so weit sie unter deutschem Schutz stehen, und das gleiche tut er bei den Katholiken trotz des französischen Anspruches auf das Protektorat sämtlicher Katholiken im Orient, und ebenso würde er sich auch sicher der Interessen der deutschen Juden im Orient annehmen, wenn es solche in grösserem Masse gäbe, wie ja auch bei den Festlichkeiten der wenigen deutschjüdischen Anstalten in Palästina der deutsche Konsul stets zugegen zu sein pflegt. Religiöse Propaganda wird seitens Deutscher im türkischen Orient wenig getrieben, wenigstens nur selten unter deutscher Flagge, denn unter den vielen katholischen Mönchen befindet sich selbstverständlich auch mancher deutsche Untertan, und ebenso auch unter den englischen und amerikanischen Missionaren. Dass für die religiösen Bedürfnisse der Deutschen auch im türkischen Orient gesorgt wird, und dass besonders an den heiligen Stätten in Palästina die in den letzten Jahren an Zahl bedeutend zunehmenden deutschenPilgerscharen ausreichend untergebracht werden müssen, ist selbstverständlich. Stand Deutschland infolge des geringen Bedürfnisses hinter anderen Ländern, namentlich Russland und Frankreich, in bezug auf Sorge für die Pilger