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Altneuland · 1905-09-01 · Heft 9 (September 1905) · p. Seite 266

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 9 (September 1905)
Article
Der palästinische Weinbau
Date
1905-09-01
Page
Seite 266 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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— 266 - 3. Da in der ganzen Welt die Erzeugungszone der Rosine enger ist, als diejenige des Weines (letzterer dehnt sich weiter nach Norden aus), so ist Palästina in bezug auf die Erzeugung von Rosinen ganz besonders von der Natur bevorzugt. Grosse Flächen müssten hierfür in Betracht gezogen werden. 4. In Hinblick auf die Nähe Aegyptens, die von keinem Konkurrenten überboten werden kann, und angesichts des bedeutenden, immer steigenden Verbrauchs in diesem Lande muss die Erzeugung von Tafeltrauben einer der lohnendsten und sichersten Zweige der palästinischen Produktion werden. Sobald die palästinische Tafeltraube sich des ägyptischen Marktes bemächtigt haben wird, wird der Verbrauch derselben sich leicht verdoppeln: a) infolge der stufenweisen Verlängerung der Traubensaison auf eine doppelt so lange Zeit, b) wreil sämtliche Schiffe (die Aegypten passierenden Ueberseedampfer) statt sich anderwärts mit Trauben zu versehen und einen Teil davon in Aegypten zu lassen, wie es jetzt geschieht, in Zukunft ihren Bedarf hier decken werden. Uebrigens werden die Erstlingsfrüchte Palästinas auch noch in den nordsyrischen Häfen sicheren Absatz finden. Um in der Produktion von Rosinen und Tafeltrauben Erfolge zu erreichen, müssen zwei Umstände beachtet werden. Zuerst müssen die Sorten, die angebaut werden sollen, gut ausgesucht und durch Auswahl nur diejenigen vermehrt werden, die sich durch ihren Ertrag auszeichnen. Die einheimischen Sorten müssen ihre volle Würdigung erfahren und nicht aus Voreingenommenheit ganz ausgeschlossen werden. Zweitens muss das fertige Produkt richtig und sorgfältig behandelt werden, sowohl bei der Weinlese, wie bei der Trocknung der Rosinen, Verpackung usw. Speziell muss sich die letztere nach dem Geschmack des Abnehmers richten und ganz besonders berücksichtigt werden. Palästina ist ein Land, welches für den Weinbau prädestiniert ist, und das ist für uns ein Glück. Welchen Schwierigkeiten auch dieser Zweig des Pflanzenbaues in Zukunft noch begegnen mag, er wird für uns stets eine Quelle von bedeutenden Einnahmen bleiben, und ihm müsste stets unsere ganze Fürsorge zuteil werden. Wir sagen es hier mit lauter Stimme, ohne zu fürchten, der Lächerlichkeit anheimzufallen, angesichts der herrschenden falschen Ideen. Keine Pflanzung kann mit so geringem Anlagekapital angelegt werden, keine liefert so

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