Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 9 (September 1905)
- Article
- Der palästinische Weinbau
- Date
- 1905-09-01
- Page
- Seite 262 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Safed 1× ep/1046078
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— 262 — Kurzum, unsere Weinproduktion bewegte sich in falschen Bahnen. Das will aber nicht sagen, dass die Zukunft des Weinbaues dadurch in Frage gestellt wurde. Die bisherigen Erfahrungen gestatten uns vorläufig nur die Schlussfolgerung, dass gegenwärtig und nur an der palästinischen Küste die Produktion von ordinären Tischweinen nicht zu empfehlen ist. Der Gegenstand ist so wichtig, dass wir auf ihm beharren müssen. Wenn wir sagen: „gegenwärtig und nur an der palästinischen Küste," so liegen dem folgende Ursachen zugrunde. Die Hindernisse, denen wir bei der Fabrikation von Tischweinen in Palästina begegnen, treffen völlig für Rischon, Petach Tikwah usw. zu. Dies ist aber durchaus nicht der Fall für Moza, Rosch-Pinah usw. Bei den dortigen Höhenanlagen, zwischen. 500—700 m über dem Meeresniveau, ist die mittlere Temperatur niedriger als an der Küste und die Weinlese findet erst Ende September statt, während sie an der Küste schon Ende Juli einsetzt. Zu dieser Zeit ist die mittlere Temperatur auf dem Gebirge von Jerusalem, Hebron, Safed, Mutaleh annähernd 21—220 C, während sie in Rischon, Petach Tikwah usw. im Juli durchschnittlich 26—27,50 C beträgt. Es ist nun klar, was hieraus folgt. Wenn die Küste infolge der höheren Temperatur einen alkoholreichen und bei schlechten Bedingungengegorenen Wein liefert, so verhält sich die Sache im Innern und bei einer Höhe von 500—700 m doch anders.. Wenn man an der Küste sich auf die Fabrikation von teueren Süss- und Likörweinen beschränken müsste, so könnte man im Gebirge mit Erfolg vielleicht leichte Tischweine fabrizieren. Diejenigen, die die Weine von Moza oder gar die von Ain ez-Zetun gekostet haben, wo doch die Kunst der Fabrikation weit unter der Rischoner steht, werden zugeben, dass der Wein an diesen beiden Orten eine Frische und ein Bukett aufweist, die er an der Küste trotz der angewendeten Kunst nicht besitzt. Gegenwärtig kann man aber auch für diese Höhen die Herstellung von ordinären Weinen nicht empfehlen, im Hinblick auf die schlechten Transport Verhältnisse. Wir zweifeln nicht daran, dass, sobald die Frachtsätze von Jerusalem, Hebron, Safed, zur Küste sich herabsetzen lassen werden, und von dem Moment an, wo die Abgaben weniger drückend sein werden, die Herstellung von ordinärem Tischwein hier Gewinn abwerfen wird, während sie für die