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Altneuland · 1905-09-01 · Heft 9 (September 1905) · p. Seite 261

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 9 (September 1905)
Article
Der palästinische Weinbau
Date
1905-09-01
Page
Seite 261 (sequence 5)
Language
German
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— 261 — dass die Sorten, die schwach tragen, aber ein edles Gewächs liefern, den Absatz der Sorten erschweren, die zwar viel, aber ordinären Wein erzeugen. Es ist wohl überflüssig, sich bei diesem logischen Widerspruch länger aufzuhalten. Die Abgaben, die in Palästina für den Wein gezahlt werden müssen, werden nicht nach Qualität des Erzeugnisses, sondern nach Menge erhoben. Aehnlich verhält es sich mit den teueren Transportspesen. Es ist also einleuchtend, dass, wenn die Ausgaben für diese beiden Posten bei den ordinären billigen Tafelweinen durchschnittlich 60 0/0 des Verkaufspreises ausmachen, sie sich bei den dreimal so teueren Qualitätsweinen auf nur 20 0/0 des Verkaufspreises belaufen und so kein Hindernis für die Weinkultur sind. Und in der Tat hat man für die Süssweine von Rosch-Pinah verhältnismässig weniger Abgaben zu leisten als für die ordinären Weine von Rischon Lezion. Wenn die far.bstoff- und alkoholreichen Weine als Tischweine unbeliebt sind, so eignen sie sich doch gut zu anderen Zwecken, für die sie gesucht und gut bezahlt werden. Als Verschnittweine erfahren sie in einigen Ländern, wie z. B. in Deutschland, noch erhebliche Zollvergünstigungen. Und wir können mit grosser Leichtigkeit und billig solche Weine erzeugen, die sich dazu noch leicht konservieren lassen. Wir brauchen weniger Kunstgriffe bei ihrer Fabrikation, wir würden weniger Zoll in den Absatzländern zu zahlen haben, die Weine würden sich mit kleinerem Risiko aufbewahren lassen, und so würden sie uns folglich weniger Kosten und mehr Reingewinn abwerfen, als die ordinären Weine, bei denen jetzt ja eigentlich verloren wird. Es steht fest, dass, wenn die nach Hamburg geschickten Weine mehr als 13 Alkohol und 32 trockene Extraktstoffe aufzuweisen hätten, statt 9 und 280/0, die sie gewöhnlich jetzt enthalten, der Einfuhrzoll auf sie geringer und ihr Absatz gesicherter wären. Der Verlust wäre also kleiner und vielleicht sogar, um nicht bestimmt zu behaupten, würden die Einnahmen die Ausgaben übertreffen. Die hohen, Temperaturen Palästinas, die ein Hindernis für eine gedeihliche Gärung der feinen Weine sind, und. die sie ihres Buketts berauben, bewirken aber gleichzeitig die Aufspeicherung von viel Zucker in den Trauben und hindern durchaus nicht die Fabrikation von guten Süss- und Likörweinen, die weder zu ihrer Fabrikation noch zur Konservierung Kellereien bedürfen.

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