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Altneuland · 1905-08-01 · Heft 8 (August 1905) · p. Seite 245

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Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 8 (August 1905)
Article
Das Landwirtschaftswerk der Alliance Israélite Universelle
Date
1905-08-01
Page
Seite 245 (sequence 3)
Language
German
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- 245 - glücklich fühlen. Mikweh Israel soll eine Pflanzschule für Bauern, nicht für Beamte, eine Ackerbauschule, aber keine Vorbereitungsschule für das agronomische Institut sein. Obgleich die Alliance sich nicht dazu verpflichtet, unsere Zöglinge bei ihrem Austritt aus der Schule in Stellung zu bringen, hat sie sie doch niemals ihrem eigenen Schicksal vollständig überlassen. Das Zentral-Komitee hilft ihnen, sich nach Cypern, nach Argentinien etc. zu begeben. Die Domäne Sedschera, auf der unsere Entlassenen gegenwärtig arbeiten, ist eine trejfliche Schule der Kolonisation. Doit können unsere Zöglinge unter der Leitung eines tüchtigen Vorgesetzten, ehemaligen Zöglings unserer Schule, Proben ihrer Anstelligkeit und Ausdauer, sowie ihres Charakters abgeben; als Arbeiter und als Pächter werden sie daselbst Erfahrungen sammeln. Nach diesem Versuch, der, wie man hoffen muss, abschliessend sein wird, werden sie vielleicht das Ideal ihres Strebens erlangen und als Kolonisten angesiedelt werden. Das Beispiel dieser jungen Leute, die von der Bodenkultur leben, ermutigt ihre Angehörigen, ihnen zu folgen und in der Landwirtschaft das Mittel zu suchen, sich aus ihrer kläglichen Lage zu erheben. Das ist das durch die Lehrlingswerke zu erreichende Resultat, nicht nur der schulentlassenen Jugend irgend einen Lebensunterhalt zu ermöglichen, sondern vor allem durch das Beispiel, das die Zöglinge geben, unter der israelitischen Bevölkerung des Orients Geschmack an Handarbeit zu verbreiten. Unterricht. — Wir verfolgen weiter das Programm, das Sie uns vor zwei Jahren vorgezeichnet haben. Der theoretische Unterricht wurde merklich verringert, der praktische weiter entwickelt. Die Vorträge vor den Schülern wurden regelmässig abgehalten und stets mit viel Nutzen angehört. Gesundheitszustand. — Seitdem die Domäne Mikweh durch Anpflanzungen und Drainierungsarbeiten assaniert ist, gilt sie als der gesündeste Ort der Gegend. Das Leben in freier Luft, viel Bewegung, eine sehr nahrhafte Kost erhalten unsere Zöglinge bei guter Gesundheit. Der Anstaltsarzt macht wöchentlich seinen Besuch, unterstützt von dem Aufseher, der zugleich als Apotheker und Sanitätsbeamter fungiert. Personal. — Ich hatte oft Gelegenheit, Ihnen gegenüber die Pünktlichkeit und Sorgfalt des Personals zu loben. Ich kann hier wiederholen, dass das Personal im allgemeinen vom ersten bis zum letzten mich vollkommen befriedigt. Wirtschaftsbetrieb. — Gegen Ende des Jahres 1903 brach im südlichen Syrien, in Gaza, die Rinderpest aus. Bei uns erschien sie plötzlich im Januar 1904. In weniger als 2 Wochen raffte sie unseren ganzen Bestand an Ochsen und Kühen hinweg. Zum zweiten Male seit der Gründung geschah es, dass Mikweh die Entvölkerung seiner Ställe zu beklagen hatte. Die Pest wütet noch zur Stunde, und wir können nicht ernstlich an Wiederbevölkerung der Ställe denken. Wir müssen daher in der nächsten Campagne die Ochsen durch Pferde und Maultiere zu ersetzen suchen. Die Einnahmen des landwirtschaftlichen Betriebes betrugen 65 280 Frcs. 20, die Ausgaben 70 448 Frcs., was einen Fehlbetrag von 5167 Frcs. 80 ergibt. Ich füge sogleich hinzu, dass dieser Fehlbetrag zum grossen Teil von dem Viehverlust herrührt, der sich auf 11 089 Frcs. beläuft. Gross kulturen. — Aus folgenden Ziffern sind die Ergebnisse einiger Kulturen ersichtlich.

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