Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 8 (August 1905)
- Article
- Das Landwirtschaftswerk der Alliance Israélite Universelle
- Date
- 1905-08-01
- Page
- Seite 244 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2266000-2266015-2266023-2267597--1242-2267635- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 244 — stand und die Fortschritte ihrer landwirtschaftlichen Schulen im verflossenen Jahre. Gerade dieser Teil der Tätigkeit der Alliance interessiert uns näher, und darum bringen wir einen möglichst ausführlichen Auszug hierüber aus dem Berichte der Gesellschaft. 1. Lau dwirts chaftsschule bei Jaffa. Herr Loupo, der Ende 1903 in Mikweh-Israel an die Stelle des Herrn Niego getreten ist, erstattete dem Zentral-Komitee seinen ersten Jahresbericht; dieser lautet in der Hauptsache wie folgt: „Das Wirtschaftsjahr 1903/04 war ebenso schlecht wie das Jahr 1902/03. Im Dezember 1903 raffte die Rinderpest fast alle unsere Ochsen und Kühe hinweg und beraubte uns dadurch für das ganze Jahr unserer kostbarsten Arbeits- und Ertragsmittel. Im Jahre 1904 litten unsere Kulturen unter der Trockenheit, den Siroccos und den Feldmäusen, und trotz aller umsichtigen Tätigkeit unseres Personals schliesst die Bilanz mit einem ziemlich grossen Defizit ab. Schüler. — Am 31. Oktober 1903 verblieben in Mikweh 45 Schüler, 52 wurden im November 1903 aufgenommen, ergibt 97. 22 schieden im Laufe des Jahres aus, die letzte Aufnahme 1904/05 umfasste 30 Schüler; also werden im Jahre 1905 105 Interne vorhanden sein, davon 13 vom fünften Jahrgang, 9 vom vierten, 21 vom dritten» 32 vom zweiten und 30 vom ersten. Abgehende Schüler. — Von den 22 Schülern, die während des letzten Jahres das Institut verliessen, standen 11 im fünften Jahrgang, einer im dritten, 4 im zweiten und 6 im ersten. Von den 11 Schülern des fünften Jahrgangs wurde eine Gruppe von 8 Mann auf der Domäne Sedschera, in Palästina, als Arbeiter aufgenommen, ein neunter ging als landwirtschaftlicher Arbeiter nach Argentinien, ein zehnter arbeitet in der gleichen Eigenschaft in Aegypten. Der elfte endlich bearbeitet die Ackerparzelle, die ihm seine Eltern in der Kolonie Hedera hinterlassen haben. Von den 11 andern sind 6 nach zweijährigem Aufenthalt in Mikweh zu ihren Eltern, die Kolonisten sind, zurückgekehrt. Zwei haben ihre Lehrzeit aus Gesundheitsrücksichten unterbrechen müssen, 2 sind zu ihrer Familie zurückgekehrt und einer wurde wegen schlechter Führung fortgeschickt. Insgesamt also sind von den 22 ausgeschiedenen Schülern 17 für die Landwirtschaft gewonnen, das ist ein ziemlich gutes Ergebnis Die Dauer der Lehr- und Uebungszeit, die im allgemeinen 5 Jahre beträgt, ist für Kolonistensöhne auf 2 Jahre herabgesetzt worden. Wir haben dere'n in diesem Jahre 20 aufgenommen; es sind Zöglinge der kleinen Kolonieschulen, in denen man nur Hebräisch lehrt. Wir wählten uns nicht die gebildetsten, sondern die stärksten und für landwirtschaftliche Arbeit geeignetsten. Da sie nur 2 Jahre bei uns bleiben sollen, widmen sie mehr Zeit den praktischen Arbeiten als den Studien, denn sie sollen ja in diesen beiden Jahren grade in die verantwortungsvollste und schwierigste Arbeit, die Handhabung der Maschinen eingefühlt werden. Mögen sie nicht korrekt sprechen1), was liegt daran? Wesentlich ist für sie die Ausbildung zu guten Ackerbauern, damit sie fähig sind, ihren Eltern verständnisvoll zu helfen. Mit grösserem Gepäck an theoretischen Kenntnissen würden sie anspruchsvoll werden, es würde sich in ihnen der Wunsch regen, nach Europa zu gehen und ihre Studien fortzusetzen, sie würden sich in ihrer Arbeit nicht!j Zweifellos handelt es sich hier um „Fran2Ösisch sprechen", da die Unterrichtssprache in Mikweh nach wie 'vor Französisch ist. D. Red.