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Altneuland · 1905-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1905) · p. Seite 204

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1905)
Article
Die Einbürgerung der Smyrnafeigen in Kalifornien
Date
1905-06-01
Page
Seite 204 (sequence 6)
Language
German
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— 204 — 14000 Stecklinge, die den Bäumen der besten Varietäten von Smyrna entnommen wurden, nach Kalifornien einzuführen. Diese Stecklinge, unter dem Namen „Bulletin" bekannt, wurden verteilt, man baute auf ihnen grosse Hoffnungen auf. Als sie aber das ertragsfähige Alter erreicht hatten, fielen immer die Früchte ab, bevor sie reit wurden. Man schloss daraus, dass die Smyrnapflanzer, die Konkurrenz befürchtend, nur mittelmässige Varietäten geschickt hatten. Um dem abzuhelfen, säete 1885 Mr. E. W. Maslin in Kalifornien Samen aus, die den besten nach New York eingeführten Feigen entnommen wurden. 1889 hatte er schon Stämme, die nicht weniger als 10—15 cm im Durchmesser massen. Die Resultate waren aber nicht besser, als die vorigen. 1886 sandte ein Bankier in San Francisco, Mr. F. Roeding, Besitzer von grossen Baumschulen in Fresno CaL, einen} Fachmann nach Smyrna, der den speziellen Auftrag hatte, die Kultur des Feigenbaues zu studieren, sowie Stecklinge von guten Varietäten mitzubringen. Mr. West, der Expert, blieb einige Monate in Smyrna und es gelang ihm mehrere Tausend Stecklinge sowohl von kultivierten Feigen, wie auch vom wilden Feigenbaum, dem Caprificus, auszuführen. Von diesem Caprificus nahm man, einer mehrhundertjährigen Praxis zufolge, die. Blütenzweige und hängte sie über die blühenden Zweige der Smyrnafeige. Diese Praxis, die unter dem Namen „Caprification" bekannt ist, wurde ausführlich vom Botaniker Tonrnefort in seinem „Voyage du Levant" beschrieben und der Botaniker O 1 i v i e r hatte diese Praxis auch auf den Inseln des Archipels, speziell auf Naxos beobachtet. Man betrachtete sie aber für überflüssig und als „den Tribut des Menschen an die Unwissenheit und an das Vorurteil". Bei der ersten Einführung von Smyrnastecklingen ums Jahr 1880 fand sich auch dabei ein einziger Caprificus,1) man kannte aber noch zu dieser Zeit die Rolle nicht, die der Caprificus hatte. Erst nach 1880 hatten die fleissigen Beobachtungen von Grat Solms-Laubach und Fritz Müller und später von Dr. Paul Mayer in Neapel die Tatsache festgestellt, dass der Caprificus allein männliche Blüten und dass die Smyrnafeige ausschliesslich weibliche Blüten besitzen. Man bemerkte, dass der Caprificus drei Generationen von Feigen!) Fig Culture usw. by Dr. Gustav Eisen, Washington 1897, S. 10.

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