Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1905)
- Article
- Die Einbürgerung der Smyrnafeigen in Kalifornien
- Date
- 1905-06-01
- Page
- Seite 205 (sequence 7)
- Language
- German
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— 205 — liefert, eine Sommer-, eine Herbst- und schliesslich' eine Wintergeneration, die sämtlich von einem kleinen Insekt, dem, Blastophaga grossorum, das im ganzen Küstengebiet des Mittelmeeres heimisch ist, bewohnt sind. Die Eigenschaften dieses Insektes waren aber noch zu wenig bekannt, um seine Rolle bei der Caprification bezeichnen zu können. Die Sitten und Gebräuche des Blastophaga grossorum sind ausserordentlich interessant und bildeten den Gegenstand von leidenschaftlichen Studien. Wir beschränken uns hier nur auf den Hinweis, dass die weiblichen Insekte nach dem Verlassen der Sommerfrucht durch die männliche Blüte, die zu dieser Zeit geöffnet ist, und in der Nähe des Fruchtmundes sich befindet, hindurchkommen müssen. Sie bedecken sich hierbei mit dem Pollen, den sie dann gerade an die weiblichen Blüten der Herbstfeige abgeben, die auf diese Weise befruchtet wird. Da die Smyrnafeige nur weibliche Blüten enthält, so müssen sie notgedrungen den Pollen von draussen erhalten, das heisst von den männlichen Blüten des wilden Feigenbaumes. Die Blastophagas bringen ihnen den Pollen und so erklärt sich die ausserordentlich alte Methode, die den Namen „Caprification" erhielt. Und so auch erklärt sich der Misserfolg der kalifornischen Pflanzer. Um Früchte zu erhalten, die reif werden können, war es nicht genug, den Caprificus zu haben. Die Existenz und die Mitarbeit des Blastophaga war ebenfalls erforderlich. (Schluss folgt.) PALAESTINA UND NACHBARGEBIETE. Verkehr und Handel Palästinas im Jahre 1903. Bericht des englischen Konsuls von Jerusalem M r. Dicks o n. Das englische Foreign Office veröffentlichte im Juli 1904 den sehr interessanten Bericht des britischen Konsuls in Jerusalem über Palästina. Es muss hierbei bemerkt werden, dass der britische Konsularbezirk Palästina sich auf das Liwa Jerusalem mit dem Eingangshafen Jaffa beschränkt, so dass der Bericht von Mr. D ickson sich nur auf einen Teil, den südlichen, des Landes bezieht. Da bekanntlich die Angaben in den Konsularberichten sich nicht auf offizielle Statistiken stützen können, so widersprechen sie sich häufig. Es ist daher erforderlich, auch die nichtdeutschen Handelsberichte über Palästina näher kennen zu lernen, um ein richtiges Bild über des Landes Handel und Verkehr zu erhalten. Unter diesen zeichnen sich die eng-