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Altneuland · 1905-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1905) · p. Seite 202

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1905)
Article
Die Einbürgerung der Smyrnafeigen in Kalifornien
Date
1905-06-01
Page
Seite 202 (sequence 4)
Language
German
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— 202 — uns Kalifornien am meisten nachahmenswerte Beispiele aufweisen. Vor kaum 50 Jahren, nachdem die ersten von den Goldminen verursachten Aufregungen vorbei waren, begannen die Kalifornier ihre Obstkulturen zu entwickeln und dankr den von ihnen eingeführten wissenschaftlichen und rationellen Methoden die auf die ersten begangenen Irrtümer folgten,, erreichten sie Resultate, welche nicht nur den vorzüglichsten Ergebnissen des Kontinents glichen, sondern sie auch in vielen Fällen übertrafen. Auf diese Weise ist das Studium der Geschichte der verschiedenen kalifornischen Kulturen für uns sehr lehrreich und wir können es nur empfehlen. Die Entwicklung des Weinbaues bei uns hat sehr viel Aehnlichkeit mit derjenigen von Kalifornien, dort aber verstand man die Schwierigkeiten und wurde ihrer Herr, wie wir es noch bis jetzt nicht verstehen. Um die Ausdauer und die Konsequenz der Kalifornier in ihren Kulturen zu zeigen, Eigenschaften, die wir sehr gern auch bei uns sehen würden, wählten wir das Beispiel der Einbürgerung der Smyrnafeige in Kalifornien, die erst nach 25 Jahren fortgesetzter Bemühungen und Misserfolge gelang. Die Einfuhr von Feigen nach den Vereinigten Staaten von Amerika stieg von Jahr zu Jahr. Schon 1821 wurden davon 259217 Pfund eingeführt. Das Maximum der Einfuhr mit 11635 493 Pfund wurde aber 1896 erreicht, während das Maximum des Wertes 1890/91 mit 697 562 Dollars1) erreicht wurde. Der Ehrgeiz der Kalifornier ging nun dahin, diese grosse Einfuhr durch ihre eigene Produktion zu ersetzen. Und in der Tat stieg die kalifornische Produktion immer mehr. Von 360000 Pfund gepresster Feigen im Jahre 1891 stieg die kalifornische Produktion 1895 auf 2750000, 1900 auf 6000000 und erreicht gegenwärtig schon die Höhe von 7 500000 Pfund.2) Während aber die Smyrnafeigen auf dem New Yorker Markt mit 10—20 Cents per Pfund, d. i. 1,10—2,25 Frcs. per Kilogramm im Engroshandel verkauft werden, erzielen die kalifornischen nur einen Preis von 75 Cents per Kiste von 10 Pfund, d. i. etwa 0,85 Frcs. per Kilogramm. Und' sobald die Smyrnafeigen auf den Markt kommen, findet das kalifornische Produkt keinen Abnehmer.3) 3) The Fruit indnstry by Will. A. Taylor, Washington 1898, p. 316. 2j Report of the State Board of Horticulture of California, p. 30. 3) Smyrna £g culture in The United States by L. O. Howard, I h.D. Washington 1900.

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