Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1905)
- Article
- Die Einbürgerung der Smyrnafeigen in Kalifornien
- Date
- 1905-06-01
- Page
- Seite 201 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- 201 — •ertragreicher und darum schliesslich lohnender und geeigneter für die Kultur sind. Handelt es sich um einen Versuch mit Tabak, so werden die feinsten Sorten von Cavala usw. eingeführt, die weder durch das Klima noch durch den Boden unseres Landes speziell angezeigt erscheinen. Man versucht gerade mit der anspruchvollsten Sorte, die das Maximum der Pflege und der Zubereitung erfordert, während die Sorten, die rings um uns gepflanzt werden, übersehen werden. Diese Sorten erreichen zwar nicht die Preise des Cavalatabaks, aber sie gedeihen bei uns besser und erfordern nicht ein geschicktes und aufmerksames Personal, über welches wir vorläufig und wohl noch' auf lange hinaus nicht verfügen. Von diesen eben aufgezählten Kulturen hat man sich wenigstens nicht gleich nach den ersten zwei bis drei Jahren unfruchtbaren Herumtappens abgewendet. Aber was soll man von der Kultur des Maulbeerbaumes und der Zucht der Seidenraupe sagen, deren Wichtigkeit und Aussichten für die Zukunft Palästinas wir seinerzeit in einem längeren Artikel ausführlich besprochen hatten?1) Die Pflanzungen wurden vernachlässigt und gar aufgegeben, weil die ersten Versuche zu einem ungeeigneten Zeitpunkt und recht ungeschickt angestellt wurden. Und während wir den Seidenbau oberflächlich behandeln, werden damit in den Vereinigten Staaten und in Argentinien ernste Versuche unternommen, wo, abgesehen von anderen Bedingungen, die Arbeiterverhäitnisse doch gewiss viel ungünstiger liegen als in Palästina. In allen Kolonisationsländern waren die Anfänge von Misserfolgen begleitet, die durch Unkenntnis und Fehler verursacht wurden. Aber nur diejenigen siegten, die es verstanden haben, von ihren ersten Fehlern zu lernen und die auf Grund von Erfahrungen, welche reiflich studiert und mit viel Methode und Ausdauer gewonnen wurden, ihr Werk fortgesetzt haben. Und wenn wir uns erlauben, das früher hier Unternommene zu kritisieren, so geschieht es nicht, um diese Arbeit ganz zu verdammen, sondern um aus ihr die nötigen Lehren zu ziehen, mit der alten Aera zu brechen und neue rationellere Wege einzuschlagen. Von allen Ländern der Welt, die durch ihren Boden, ihr Klima, ihre Obstkulturen uns interessieren können, kann A. Aar on söhn und Dr. S. Soskin: „Die Zukunft des Seidenbaues in Palästina*, Palästina 1902, Heft 3—4.