Mannheim
Compact Memory

Altneuland · 1905-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1905) · p. Seite 200

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1905)
Article
Die Einbürgerung der Smyrnafeigen in Kalifornien
Date
1905-06-01
Page
Seite 200 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2266000-2266015-2266022-2267483--1168-2267556
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 200 — versprach sich die wunderbarsten Ergebnisse und bei der ersten Schwierigkeit verzweifelte man und gab die Sache auf. Haben wir es hier beispielsweise mit dem Weinbau zu tun, so ging man von der merkwürdigen Absicht aus, hier Bordeauxweine zu erzeugen: es werden Bordeauxreben eingeführt, ihre Kultur wird nachgeahmt und der Wein gleich dem Bordeaux behandelt, ohne auf die Verschiedenheiten des Bodens, des Klimas usw. Rücksicht zu nehmen. Dann wiederum versucht man ordinäre leichte Tischweine zu liefern, während das Land sich ausschliesslich zur Erzeugung von schweren an Alkohol und Extraktivstoffen reichen Weinen eignet. Diese allein wären übrigens imstande, die hohen lokalen Abgaben wie auch die Schutzzölle der Einfuhrländer zu vertragen., Und da uns weder der feine Bordeaux noch der ordinäre leichte Tischwein gelingen will, verfällt man in den schwärzesten Pessimismus, geht man mit dem Gedanken um, eineni Teil der existierenden Weinberge zu vernichten und verzweifelt an der Zukunft des Weinbaues. Nun aber ist Palästina, was man auch sagen mag, ein Weinland par excellence und seine' Weinberge werden eine ausserordentliche Ausdehnung erfahren von dem Moment an, wo die Rebkultur aus der Zwangsjacke sich befreien wird, in welche sie durch Unwissenheit und Leichtsinn hineingebracht wurde. Man hat nur unsere Produktion anders zu richten. Aber die Rutine ist nicht leicht zu besiegen. Schon seit etwa fünf Jahren weisen wir auf die ganze Wichtigkeit hin, die die Fabrikation von Rosinen haben kann,1) un,d nur zwei Versuche in Sedschera und Rischon wurden bis jetzt unternommen. Und welche Schwierigkeiten hatte nicht schon die Kultur des Mandelbaumes in unseren Kolonien durchzumachen? Vor etwa 15 Jahren war man ausserordentlich enthusiastisch dafür, dann wurde der Mandelbaum schlecht angesehen und vor etwa drei bis vier Jahren hat sich ihm wiederum die Gunst des Publikums zugewendet. Und immer lag es an demselben System oder richtiger an demselben Mangel an System. Von Anfang an warf man sich auf die kostspieligsten Varietäten „Princesse" und „Dames", dann wurden sie aufgegeben und später wieder aufgenommen, ohne dass man sich gefragt hätte, ob man nicht andere Varietäten finden könne, die zwar weniger wertvoll, dafür aber kräftiger und 1)A. Aaronsohn und Dr. S o s k i n; „Die Rebenkultur in Palästina", „Die Welt" 1901, No. 32 u. 33.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.