Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1905)
- Article
- Abriss der Geologie Syriens
- Date
- 1905-06-01
- Page
- Seite 183 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Aleppo 1× ep/1047811
- Tunis 1× ep/1048155
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— 183 — am Feuer erhärtet bezw. widerstandsfähig bleibt. In ihrer Verbreitung ist die Kalkkruste des Näri an zwei Bedingungen gebunden, zunächst an ein gewisses Klima mit seltenen, aber relativ heftigen Niederschlägen und intensiver Verdunstung. So beschränkt sich diese Bildung nur auf eine subtropische Klimazone, nämlich die •Atlasländer Marokko, Nordalgerien, Tunis, dann die ägyptische Küstenlandschaft Mariüt, Palästina und ganz Syrien; in Südafrika finden wir ihn als „Kalaharikalk" wieder. Die zweite Bedingung ist ein einigermassen leicht zerfallendes und verwitterndes Oberflächengestein, wozu in Palästina die harten Kalke des Cenoman und Turon meistens nicht .gehören. Aut letzteren ist daher die Närikruste entweder nur schwach oder gar nicht ausgebildet, um so stärker aber auf dem weichen Kreidegestein des Senon wie auch auf bröckligen mergeligen Lagern des Cenoman. In Nordsyrien1) sah ich ihn namentlich in der Steppengegend oder Halbwüste des Innern zwischen Horns, Selemije, Aleppo und Orontestal in typischer Ausbildung weit verbreitet über kalkigen und mergeligen Schichten des Eocäns und Miocäns. Von Petrefakten enthält der Näri nur Reste von Landschnecken (Helix), wie sie heute noch vorkommen, dokumentiert sich also auch dadurch als subaerische, eluviale Bildung. Auch die Roterde oder Terra rossa kommt bekanntlich nur in einem bestimmten Klima vor, nämlich dem der Mittelmeerländer mit warmem "Winter und trockenem Sommer, in der Zone der immergrünen Laubhölzer mit harten Blättern und der Vegetationsformation der Macchien. Das Charakteristische dieser Erde ist ihre ungewöhnliche Armut an Humus und der damit in gewissem Zusammenhang stehende Gehalt an Eisenoxyd, das nicht wie in anderen Bodenarten durch organische Substanz reduziert wird. Die Roterde erscheint sowohl auf Kalk-, Dolomit-, Kieselkalk-, Hornstein- und Feuerstein-Boden, als auf vulkanischem, z. B. in der Jesre'el-Ebene und im Haurän, hier in besonderer Fruchtbarkeit wohl infolge des Gehalts an Alkalien. Wenig beachtet ist bisher das Vorkommen der Schwarzerden in Palästina. Ich beobachtete solche in der Küsten ebene Saron, darin in der Ebene Jesre'el, endlich auf der Hochebene des südlichen Karmelgebirges im Flussgebiet des Nahr ez-Zerka zwischen el-Ledschün und Umm et-Tüt, und zwar immer über senoner Kreide. Wäre auch das Vorkommen in den genannten Blanckenhorn, Zur Kenntnis der Süsswasserablagerungen und Mollusken Syriens. Palaeontographica XLIV, 1897, S S9