Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1905)
- Article
- Abriss der Geologie Syriens
- Date
- 1905-06-01
- Page
- Seite 184 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— 184 — Ebenen leicht zu erklären, insofern als dort ehemals Sumpfboden war, bezw. im Winter noch ist, wo also in der Winterzeit unter dem stehenden Wasser eine Zersetzung der Humussubstanz verhindert, letztere daher angereichert, im Sommer aber wieder durch die Trockenheit der oberen Bodenschicht geschützt wurde, so bleibt doch die Schwarzerde des südlichen Karmelgebirges rätselhaft und bedarf ihre besondere Aufklärung. Das einzige, was sich vorläufig sagen lässt, ist, dass die unterliegende Senonkreide so gut wie kein Eisenoxyd enthält, das den Verwitterungsboden rot färben könnte. Doch sollte dann der Boden eher weiss oder grau als schwarz sein. — Gerade über die chemischen und physikalischen Eigenschaften der verschiedenen Bodenarten Syriens, ihre Bildung und Veränderung, ihre mehr oder weniger passende Verwendung zu verschiedenen Kulturen sind noch so gut wie gar keine Untersuchungen angestellt worden, wären aber vom wirtschaftlichen Standpunkt aus höchst wünschenswert und eine wichtige und dankbare Aufgabe einer zukünftigen landwirtschaftlichen Versuchsstation. DIE NACHBARLAENDER. Von Davis Trietsch. Die Erweiterung des zionistischen Begriffes „Palästina" im Sinne von „palästinensischer Länderkreis" oder „Palästina un(d seine Nachbargebiete'' oder am besten „Greater Pal est ine" (das „grössere Palästina") ist, wie mir scheint, der wichtigste Gewinn, der aus der gegeiiiwärtigen Lage im Zionismus und auch aus der Weltlage der Judenheit überhaupt uns erwachsen ist. Die Erweiterung kann für die grosse Mehrheit der massgebenden Zionisten als feststehende Tatsache angesehen werden. Vielfach wird schon von der Zugehörigkeit der Nachbarländer zu unserem Palästina-Begriff wie von einer längst gültigen Interpretation gesprochen, und das ist fast immer der Fall, wenn eine neue Auffassung nach langen Kämpfen sich eben Bahn gebrochen hat. Die überragende Wichtigkeit dieser Erweiterung unseres Arbeitsgebietes liegt darin, dass das „grössere Palästina" dasjenige Arbeitsfeld bietet, auf dem sowohl Zionisten wie Freunde der ausserpalästinensischen Kolonisation zusammenarbeiten können, ohne ihren bisherigen Standpunkt aufzugeben.