Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1905)
- Article
- Abriss der Geologie Syriens
- Date
- 1905-06-01
- Page
- Seite 182 (sequence 6)
- Language
- German
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— 182 — fremden Hethiter. Es machen sich speziell in der Keramik ägyptische, babylonische und ägäische Kultureinflüsse bemerkbar. Man errichtete Mazzebot oderbehauene vierkantige Steinpfeiler in Reihen als Tempelanlagen und brachte Menschenopfer. Mit der Einwanderung der semitischen Philister und Israeliten um 1250 v. Chr. kam dann das Eisen als Gerätmetall langsam in Gebrauch, doch waren auch in dieser Zeit anfänglich die Feuersteinartefakte wie auch die Bronze noch recht häufig bis gegen Ende des israelitischen Königtums um 600 v., Chr. In geologischer Beziehung haben wir in die trockene Alluvialzeit die Einfurchung der heutigen Talrinnen zu setzen, im speziellen des engeren waldbestandenen Jordanthals, die weitere Abrundung der Küste durch die west-östliche Meeresströmung, die Anhäufung der Dünen, sodann die verschiedenen Oberflächengebilde wie die Gehängebreccie mit vorherrschend rötlichem Kalkbindemittel, die Näri genannte Kalkkruste, die Terra rossa oder den ard el-hamra als Verwitterungserde des Kalks, Dolomits, Hornsteins und der vulkanischen Gesteine, endlich die Schwarzerde. Die Närikruste überzieht die Oberfläche der Gehänge in einer Stärke von Y2—2 m unabhängig von der Schichtung der unterliegenden Gesteine. Sie besteht im wesentlichen aus Kalk mit eingeschlossenen scharfkantigen Trümmern der Oberflächengesteine, insbesondere auch Feuerstein, und ist durchzogen von harten Adern aus Kalkspat. Die kalkige Grundmasse ist hervorgegangen aus dem Kalk der jeweiligen Unterlage, der sich teils aus der Bodenfeuchtigkeit abschied, die bei der intensiven Verdunstung kapillar an die Oberfläche aufstieg, teils aus den Regenwässern, die den Boden aufweichten und als Schlamm kurze Strecken weit mitführten. Die Beschaffenheit des Näri ist natürlich in gewissem Grade abhängig von der Unterlage. Ueber der blendend weissen, fast eisenfreien Senonkreide bleibt auch der Näri weiss; sonst ist für ihn im allgemeinen ein schwach fleischroter oder schmutzig hellroter bis bräunlicher Ton charakteristisch, hervorgerufen durch die Beimengungen von Eisenoxyd. Eigentümlich ist ferner die unebene, wellig höckerige Oberfläche des Näri mit ihren rundlichen Aufwölbungen, über denen der Tritt und Hammerschlag hohl klingt. Seinen Namen trägt der Näri von seiner Verwendung zu Feuerungsanlagen, Herden, Backöfen und Schornsteinen. Das Wort hängt zusammen mit när Feuer und soll soviel wie feuerfest bedeuten, indem der Näri