Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1905)
- Article
- Abriss der Geologie Syriens
- Date
- 1905-06-01
- Page
- Seite 180 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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- Beirut 1× ep/1047833
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— 180 — Damhirsch, das Reh, der Wisent, Urochs, Steinbock, Ziege, Bär, sowie das Nilpferd und das Wollnashorn (Bhinoceros tichorhinus) sind. Dazu kommen mehrere charakteristische Steppenbewohner, wie Antilopen, Wildpferd und der Blindmoll oder Blindwühlmaus (Spalax). Diese diluviale Fauna hält übrigens anscheinend noch in dem ersten Drittel der Alluvialzeit an und macht erst mit deren zweiten Drittel der heutigen Fauna mit den Haustieren etc. Platz. Was den Menschen betrifft, so finden wir die ersten sicheren Spuren desselben erst im Mitteldiluvium. Möglicherweise aber existierte er auch schon in der sogenannten eolithischen Periode, die das jüngste Tertiär und das Unterdiluvium, also besonders auch die Pluvialperiode umfasst, wenigstens auf dem Plateau des Ostjordanlandes und in der ostsyrischen Steppe und Wüste, die damals in dieser unruhigen und niederschlagsreichen Zeit den relativ günstigsten Aufenthaltsort bot. Im Mitteldiluvium lebte der frühpaläolithische Mensch sicher auf der Kammhöhe des Westjordanlandes im nördlichen Judäa, in der Gegend um Betlehem, Jerusalem (Rephaimebene) und el-Bire als Verfertiger von Artefakten, wie sie für die sogenannte Chelleen-Epoche in Westeuropa und Nordafrika charakteristisch sind, namentlich Fäusteln, Schabern und Bohrern. In der folgenden letzten Interglazialzeit ist der mittelpaläolithische Mensch schon zweifellos bis zur phönizischen Küste vorgedrungen und wohnte daselbst als Jäger in Höhlen des westlichen Libanon, teils auch unter freiem Himmel. Er stellte Feuersteinartefakte der sogenannten Mousterien-Epoche her, begann aber auch sich schon der Knochen als Werkzeuge zu bedienen. Der oberdiluvialen oder spätpaläolithischen Zeit gehört die reichhaltigste und interessanteste paläolithische Fundstätte in der Anteliashöhle bei Beirut an, wo man auch die ersten Knochen des Menschen selbst vorfand, und zwar in einem Zustand, der mit Bestimmtheit auf kannibalische Gewohnheiten schliessen lässt. Nach der für die Urgeschichte Syriens so bedeutungsvollen * und zugleich so wechselvollen Periode des Diluviums treten wir nun endlich in die trockne Alluvial- oder Jetztzeit ein. Der Uebergang ist kein plötzlicher, sondern gerade in Syrien ein sehr allmählicher. Das bezieht sich besonders auf das Klima, die Vegetation, die Säugetierfauna und den Menschen. Das erste Drittel der Alluvialzeit zeigt uns noch genau die gleiche Säuge-