Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1905)
- Article
- Abriss der Geologie Syriens
- Date
- 1905-06-01
- Page
- Seite 179 (sequence 3)
- Language
- German
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— 179 — des Dahar el-Kadib am Ursprung des Kadischatais steht, werden allgemein als Gletschermoräne gedeutet. Dieselbe Moräne soll nach Fr aas unterhalb der Zedern an verschiedenen Stellen Kalktuffe aufweisen, die teilweise erfüllt sind von Abdrücken von Blättern von mitteleuropäischen Eichen, Ulmen, Buchen und Haselnuss, kurz Laubhölzern, die auf eine ehemals ganz andere Flora der Diluvialzeit hinweisen, als sie heute dort herrscht. Die folgende letzte Interglazialzeit war wieder eine Zeit des Rückzugs der Gewässer, zugleich der intensiven Erosion der bisherigen fluviatilen und Seeabsätze durch einschneidende Flüsse, der lokalen Ausfurchung und Tieferlegung aller Talbetten. Der letzten oder oberdiluvialen Eiszeit fällt insbesondere die Bildung der breiten Terrasse des unteren Jordantals zu, auf welcher z. B. Jericho steht. Es war dies anscheinend eine Zeit erhöhter Thermentätigkeit, intensiven Aufsteigens von Schwefelwasserstoff aus dem Grunde des Wassers, das zur Bildung von gediegenem Schwefel Veranlassung gab, und auch des Aufsteigens von Petroleum- oder Asphaltquellen. Während der Schwefel vorherrschend, in Form von Knollen, seltener in Gestalt von feinen Ueberzügen auf Gerollen und sehr dünnen staubigen Schichten eine grosse Verbreitung innerhalb der Unterhälfte der aus kreidigen gipsreichen Mergeln gebildeten Niederterrasse im ganzen unteren Jordantal und in der Umgebung des Toten Meeres besonders auf der Lisänhalbinsel aufweist, beschränkt sich das Vorkommen des Asphalts auf einzelne Stellen nahe an den Felswänden der Umgegend, d. h. unmittelbar über den Hauptrandspalten des Grabens. Hier dient dann der hervorgequollene Asphalt als Bindemittel der dortigen Kiese und Gerölle, die er zu Konglomeraten verkittete. So wurde es an zwei Stellen südlich vom Römischen Lager am Wadi Sebbeh und am Wadi Muhauwat im W. des Salzberges beobachtet. In dieser Zeit haben wir uns als Quellabsatz auch die Bildung der meisten Kalktuffe des Ghor z. B. am Kasr Umm Baghik und am Jarmük bei el Hammi zu denken. Wir können das Diluvium nicht gut verlassen, ohne noch mit wenigen Worten auf die damalige Säugetierfauna und den diluvialen Menschen einzugehen. Die erstere hat man aus den Knochenbreccien der vom Diluvialmenschen bewohnten Höhlen und Werkstätten im Libanon nachgewiesen. Es ist im wesentlichen eine typische Waldfauna, deren wichtigste Repräsentanten der jetzt seit lange ausgestorbene Edelhirsch, dann der 3*