Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1905)
- Article
- Abriss der Geologie Syriens
- Date
- 1905-06-01
- Page
- Seite 178 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 178 — dieser Aenderung der Gestalt des Geoids wurde der Spiegel des abermals vorrückenden Meeres wie auch der des neu ansteigenden Jordansees dem heutigen annähernd parallel, was bis dahin nicht der Fall gewesen war. Dieser letzten geringen Transgression des Meeies in der vorletzten Eiszeit möchte ich die aus Konglomeraten und Kalksandstein gebildeten Küstenterrasse zurechnen, die sich namentlich in Mittel- und Nordsyrien ganz konstant in einer Höhe von 3—10, durchschnittlich 6—8 m hält, und der in Palästina wohl auch die Klippen des Hafens von Jaffa angehören, nicht aber die höher ansteigenden (älteren) Kalksandsteine der Ebenen Saron und Schephela. Der gleichen Zeit des letzten höheren Wasserstandes hat man auch die an einigen Stellen der Syrischen Küste vorkommenden mächtigen Kalktuffe mit Land- und Süsswasserschneckenresten zuzurechnen. Sie entstanden an den Mündungen verschiedener Wasserläufe, die vermutlich einstmals, durch Dünenbarren vom Meere abgesperrt, sich zu einer grossen Lagune vereinigten, so z. B. zwischen dem Ras esch-Schakka und Enfeh. Sie erreichen die gleiche Höhe wie die marinen Küstenkonglomerate und werden von den heutigen Bächen in tiefen Rinnen durchschnitten. Aehnlich wie an der Küste, so erreicht auch im Ghor die gleichzeitige Terrasse des Binnensees der vorletzten Eiszeit, die sogenannte „Hochterrasse", im Süden nicht die Höhe der älteren der Pluvialzeit, sondern bleibt bei 180—240 m. Andererseits scheint sie im Jordantal und am See Tiberias, dessen südliches Steilufer ihr angehören, die höchstgelegene Seeterrasse darzustellen, während die Spuren der älteren Terrasse hier undeutlich werden und vielleicht zuletzt unter jener Bedeckung verschwinden, was sich eben nur durch die angedeutete Schwankung des Geoids in der Zeit zwischen dem Absatz beider Terrassen erklären würde. Auch dieser zweite grosse Binnensee war wenigstens an seinem Nordende süss, denn er enthielt dort Süsswasserschnecken in seinen Geröllbänken, die den feinblättrig geschichteten, gips- und salzhaltigen Mergeln zwischengelagert sind. In die vorletzte Grosse oder Haupteiszeit fallen wohl auch die geringen Spuren der Anwesenheit ehemaliger Gletscher, die wir aus den Gebirgen Syriens kennen. Ob der Hermon vergletschert war, erscheint noch sehr zweifelhaft. Mehr Wahrscheinlichkeit hat das für die höchsten Teile des Libanon. Die Hügel, auf denen das berühmte Zedernwäldchen unter den Höhen