Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1905)
- Article
- Zur Frage der Mühlenindustrie in Palästina
- Date
- 1905-05-01
- Page
- Seite 143 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 143 — baute, rechnet je nach Feinheit des Mehles, Schärfung etc., pro 1 PS. und Stunde, minimal 22—25—29 kg Weizen. In der Mühle Abdul Kadr Saadi, Lydda, verarbeitet eine nominell 6 pferdige Lokomobile (C. D. ■= 8l/2", H 12") auf zwei Mahlgängen l1/2 Kantar Weizen zu dünnem Mehl, d. h. pro 1 PS, und Stunde 27 kg Weizen. Wenn ich für eine Verarbeitung von 150 kg Weizen pro Stunde, um sicher zu gehen, 7 PS. rechnete, oder pro 1 PS. und Stunde 21,4 kg Weizen, so scheint es mir, dass ich in dieser Beziehung des Mangels an Vorsicht nicht beschuldigt werden kann. Bei den Flachmühlen rechnet die Firma Gebrüder Israel, Dresden, für die Mahlgänge pro 1 PS. und Stunde 25—37 kg Weizen. Herren Minkoff & Co., Jaffa, verarbeiten in ihrer Mühle, aus Doppeltrieur, Wasch- und Trockenmaschine, Brechstuhl, zwei Mahlgängen, Sichter etc. bestehend, mit einem 16 pferdigen Motor, über 1 Kantar Weizen die Stunde zu feinen Mehlsorten, d. h. pro 1 PS. und Stunde 18 kg Weizen. Ich habe dagegen, um sicher zu gehen für 2000 kg in zehn Arbeitsstunden 14 PS. gerechnet, d. h. pro 1 PS. und Stunde 14,3 kg Weizen, also eher zu wenig als zu viel. Auch sind die von mir angegebenen Zahlen über die Ausbeute (82% Mehl, 15% Kleie, 2—3% Verlust) aus der Praxis entnommen, und wenn es Herrn Aaronsohn lieb ist, so werde ich mit ihm zusammen in Jaffa, vielleicht bei Herren Minkoff & Co. einen Versuch veranstalten und ihn von der Wahrheit der von mir angegebenen Zahlen überzeugen. Herr Aaronsohn findet weiter, ich habe die Maschinen zu billig berechnet. Darauf gebe ich am besten hiermit die Versicherung, dass ich die Maschinen zu dem von mir angegebenen Preis liefern werde. Herr Aaronsohn hat die Behauptung aufgestellt, die Weizenpreise in Haifa und in Europa seien die gleichen, und ist daraus zum Schluss gekommen, dass in Palästina zugunsten einer Hochmühle nur eine Differenz der Zollspesen von 6—7% bleibt. Da aber die Annahme absolut falsch ist, so müssen die von ihm daraus gezogenen Schlüsse auch falsch sein. Denn da Palästinaweizen nach dem Auslande ausgeführt wird, so kann doch auch Mehl statt Getreide exportiert werden. Jedoch bin ich der Meinung, dass ein grosser Teil des Mehles schon jetzt auf dem eigenen Markt, d. h. in Palästina und Syrien, Absatz findet,