Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1905)
- Article
- Die jüdischen Wohltätigkeitsanstalten Jerusalems
- Date
- 1905-05-01
- Page
- Seite 140 (sequence 6)
- Language
- German
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— 140 — Letzteres gab den Pekidim in Amsterdam Veranlassung, auch ihrerseits mit der Entsendung eines Armenarztes nicht länger zu zögern. Derselbe, ein deutscher Herr, hat sich um die Errichtung des pn* nyty-Hospitals, zu welchem, wie eingangs erwähnt, schon mehr denn vor 30 Jahren der Würzburger Raw 6"?> die erste Anregung gegeben, sehr verdient gemacht. Ein massiver Riesenbau, aus Hochparterre und oberem Stockwerke bestehend, frei, etwa 15 Minuten nordwestlich von der Stadt gelegen, praktisch eingerichtet, mit aller Bequemlichkeit, soweit sie eben ein Spital zu bieten vermag, ausgestattet, mit zwei gesonderten Pavillons, berechnet für ansteckende Krankheiten, und allerlei möglichen Desinfektionsapparaten, Badezimmern und Wasserleitung versehen, von schönen Anlagen, Eukalyptus-Pflanzungen und einer starken kaum übersehbaren Umfassungsmauer umgeben, lässt dieses Krankenhaus, zumal in bezug auf Hygiene, nichts zu wünschen übrig. Sicherlich steht es einem Hospital, in welcher europäischen Grossstadt es auch sei, in nichts nach. Hat es schon in den zwei Jahren seines Bestehens viel Gutes gestiftet, so war es geradezu ein Segen tür die hl. Stadt während der Scharlach-Epidemie, die den Winter über geherrscht hatte und leider noch nicht als erloschen angesehen werden kann, pr* vw ist mit 80 Betten belegt. Etwas weiter davon befindet sich das neu erbaute Altersversorgungshaus mit seinen 100 graubärtigen, zum Teil gebrechlichen Insassen, welches hiesige Vorsteher gründeten und verwalten. Haus und Terrain sind Eigentum der Anstalt! Stolz erhebt sich jenem gegenüber der schöne einstöckige Bau, welcher den leider Geistesumnachteten ein Unterkommen gewährt. Die Anstalt dankt ihre Entstehung einem Frauenverein, der sich vor etwa 10 Jahren gebildet hat. Das Haus, das er, dank der Wohltätigkeit unserer Glaubensgenossen, sein eigen nennt, ist erst zwei Jahre alt. Vor ungefähr acht Jahren haben einige Gabbaim ein Blindeninstitut errichtet, welches ganz Erhebliches leistet. Wie es scheint, fand es bis heute wenig Gönner, denn obschon es nur 20 Unglücklichen ein Asyl gewährt und in einem gemieteten Lokal untergebracht ist, steckt es dennoch tief in Schulden. Ein Hospital, gleichfalls im Norden der Stadt gelegen, mit eigener Apotheke — eigene Apotheken haben übrigens alle Hospitäler —, errichtet zum Andenken von Meyer von Rothschild, wird von Baron Alphons von Rothschild in Paris unter-