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Altneuland · 1905-05-01 · Heft 5 (Mai 1905) · p. Seite 139

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 5 (Mai 1905)
Article
Die jüdischen Wohltätigkeitsanstalten Jerusalems
Date
1905-05-01
Page
Seite 139 (sequence 5)
Language
German
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— 139 — Die Mädchen-Schule, eine Stiftung von Eveline von Rothschild, besteht seit Ende der siebziger Jahre. 1898. übernahm sie die Anglo Jewish Association; seit dieser Zeit macht sie rapide Fortschritte. In einem eigenen geräumigen, von Garten und Parkanlagen umgebenen Gebäude, welches an Stelle des früheren engen gemieteten Lokales getreten ist, untergebracht, wird sie heute von über 500 Schülerinnen sephardischer wie aschkenasischer Eltern besucht, eine Zahl, die fast um das Doppelte gegen früher gestiegen ist. Mit dem Uebergang an die A. J. A. hat das Französische aufgehört, Unterrichtssprache zu sein. Dessen Stelle nimmt jetzt das Englische ein. Während hier also das Englische die Hauptrolle spielt, wird in der Lämel-Schule auf das Deutsche und in der Alliance-Schule auf das Französische das Hauptgewicht gelegt. Das Gleichgewicht wird jedoch dadurch hergestellt, dass in allen dreien das Hebräische gleich intensiv betrieben wird. .Schade, dass der Kindergarten, der mit der Mädchenschule verbunden ist, im Souterrain untergebracht ist, das den hygienischen Anforderungen, die an eine Kindefbewahranstalt gestellt werden müssen, nicht entspricht. Hier wie in den beiden Knaben-Schulen erhalten die Aermsten freien Mittagstisch, Schulbücher und Kleider. Vor zwei Jahren sind weitere zwei Kindergärten entstanden, - die teils vom Lemaan Zion-Verein, der seinen Sitz in Frankfurt a. M. hat, teils vom Hilfsverein der deutschen Juden subventioniert werden. Aber der alte Cherem gegen Schulen ist auch auf sie ausgedehnt worden. Indes ist die Frequenz doch ganz bedeutend. Noch wäre die sog.Blumenthal-Schule,gegründet von einem gewissen Herrn Blumenthal in Paris, zu erwähnen. Sie unterscheidet sich aber von einem Cheder bloss dadurch, dass sie dem Arabischen Eingang gewährt hat. In den Augen der Aschkenasim steht auch dieses Chedex unter Cherem! Es schicken daher ausschliesslich Sephardim, die niemals den Cherem angenommen, ihre Kinder dorthin. Segensreich wirkt der Lemaan Zion-Verein. Ausserdem, Krankenpflege, dass er Darlehen auf kleine Abzahlungen, Werkzeuge den armen PlIserhauser- Handwerkern und in dringenden Fällen auch bare Unterstützungen gewährt, junge Leute auf seine Kosten ausbilden lässt und zur Erhaltung der Kindergärten beisteuert, unterhält er auch seit 15 Jahren in Jerusalem einen Armenarzt und eine Apotheke.

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