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Altneuland · 1905-05-01 · Heft 5 (Mai 1905) · p. Seite 134

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 5 (Mai 1905)
Article
Abriss der Geologie Syriens
Date
1905-05-01
Page
Seite 134 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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— 134 - tektonischen Linien einen von Südsüdwest nach Nordnordost schräg gegen das südnördliche Ghor gerichteten Verlauf, so dass sie sich mit der genau meridionalen westlichen Hauptrandspalte des Ghor in spitzem Winkel scharen. Auf der Westseite Judäas verlaufen sie südnördlich, ebenso in Nordgaliläa. In Samaria, Südgaliläa und Nordsyrien ist ihr Verlauf grösstenteils noch nicht näher verfolgt. Zwischen Galiläa und Nordsyrien zeichnet sich der Libanon ebenso wie auch sein östliches Hinterland, der Antilibanon und die Palmyrenischen Ketten, durch abweichende nordnordöstliche bis rein nordöstliche Richtung der Strukturlinien aus. Ausserdem erleidet das Syrische Küstengebirge noch in seiner Längenausdehnung an zwei Stellen eine bemerkenswerte Unterbrechung durch Querbrüche, zuerst im Nordosten des Karmel in der beckenförmigen Einsenkung der Ebene Jesre'el mit ihren basaltischen Ergüssen, dann an der Scheide von Mittel- und Nordsyrien an der ebenfalls basaltbedeckten Senke des Nahr el- Kebir westlich Horns, die aber, wie wir oben sahen, älter, nämlich mittelpliocän, ist. Im Gegensatz zu dem vielfach zerrissenen Küstengebirge blieb wenigstens in Südsyrien das östliche Tafelland im grossen Ganzen bruchlos und eben wie zuvor. Dafür aber zeigten sich in diesem anscheinend weniger bewegten Gebiete gewaltige vulkanische Erscheinungen, welche auch dort das Bild und Relief wechselvoller gestalteten. Reihen von echten Vulkanen erhoben sich hier und lürmten mit ihren basaltischen Ergüssen und Tuffen ganze zusammenhängende Gebirge auf dem Plateau auf, so an der Ostgrenze Palästinas gegen die Wüste im Haurän, in der Safa und Diret et-Tulul südöstlich Damaskus, dann im Dschölän östlich vom See Genezaret und mehr vereinzelt im Lande Moab östlich vom Toten Meer. Eine hochwichtige natürliche Folgeerscheinung aller dieser so einschneidenden Aenderungen und der Komplizierung des Bodenreliefs war ein erhöhtes Gefälle für alle fliessenden Gewässer, die nun mit grösserer Erosions- und Transportkraft nach den am tiefsten gesunkenen Stellen der Erdoberfläche strömten. Dazu kam der Umstand der gleichzeitigen ungewöhnlichen Vermehrung der Niederschläge während dieser Pluvialzeit. Die Bildung der tiefen canonartigen Talschluchten in Palästina und dem Libanon fällt wesentlich in diese Zeit. Der neugeschaffene abflusslose Trog des Ghor aber wurde zum Sammelplatz des grössten Teils der Oberflächen-Gewässer Palästinas und auf diese

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