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Altneuland · 1905-05-01 · Heft 5 (Mai 1905) · p. Seite 131

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 5 (Mai 1905)
Article
Abriss der Geologie Syriens
Date
1905-05-01
Page
Seite 131 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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— 131 — und ist mit dem Oberpliocän identisch. Die zweite könnte man am besten als Altdiluvium, die dritte als Mitteldiluvium, die letzte als Oberdiluvium bezeichnen, In Syrien wie in Nordafrika machte sich diese lange Periode, während der ganz Nordeuropa mit Unterbrechungen unter Eis begraben wurde, durch ein ungewöhnlich feuchtes, kühles Klima mit mächtigen Niederschlägen bemerkbar, eine weifgehende Vergletscherung fand hingegen hier nicht statt. Ganz besonders traf diese Vermehrung der Niederschläge in Nordafrika und Syrien in der ersten Hälfte der Eiszeit zu, welche etwa die zwei ersten Glazialepochen, nämlich die oberpliocäne und altdiluviale, umfasst. Eine Trennung dieser beiden durch eine trockene Zwischeneiszeit ist für diese Gegenden vorläufig noch nicht möglich. Wir fassen diese besonders regenreiche Uebergangs- oder Grenzperiode zwischen Tertiär und Diluvium daher unter dem spezifischen Namen Pluvialperiode1) oder Melanopsisstufe, nach der am häufigsten darin vertretenen Schneckengattung Melanosis, zusammen. Als relativ älteste Gebilde aus dieser Zeit, sicher noch aus deren erster Hälfte, dem Oberpliocän, mögen die Ablagerungen eines grossen Süsswassersees aufgefasst werden, die sich im Osten des Nosairier-Gebirges am heutigen mittleren Orontes von Kal'at Sedscher bis Dschisr esch-Schughr ausdehnte, aber sich nicht auf die heutige Orontesebene oder das Ghäb beschränkte, sondern dieselbe an mehreren Stellen überschritt, indem er auch Teile der westlich gelegenen Gehänge und des östlichen Plateaus einnahm. Die oft massenhaft sich findenden Schalen von Süsswassermollusken gehören teilweise ausgestorbenen Arten an, die an solche der obersten Paludinenschichten (mittleres Pliocän) Griechenlands und Slavoniens erinnern. Besonders zeichnet sich die Gattung Melanopsis durch ungewöhnlichen Formenreichtum aus. "Während so im Norden in einem jetzt vom Orontesfluss oder Nahr el-'Asi entwässerten Gebiet sich die atmosphärischen Gewässer in einem Binnensee vereinigten, existierte damals im Süden Syriens das abflusslose Tote Meer allem Anschein nach noch nicht. Aber weiter südwärts wurden bereits die wichtigsten Ge schehnisse der Pluvialperiode eingeleitet, die Bewegungen der Erdkruste, welche bald die gewaltigsten Umwälzungen in der Bodenkonfiguration des ganzen Landes zur Folge haben sollten *) D. i. Regenperiode.

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